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(Heimatmission)
im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 11 Die lebendige Hoffnung angesichts des Todes
Von Karl Wlodarek
lesen Psalm 90

Gelber Bleistif

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In unserer Vergänglichkeit erfahren wir Gottes unerbittliches Nein zur Sünde. Und doch bleibt er für jeden, der glaubt, Zuflucht im Leben und im Sterben.

erklären

V 1 - 2: Ein Gebet des Mose. Mose, der den Untergang einer ganzen Generation in der Wüste miterlebte und schließlich selbst vor dem ersehnten Ziel sterben mußte, konnte wohl solche Worte beten.

Herr, du bist unsere Zuflucht... Von Gott kann immer nur reden, wer etwas mit ihm erlebt hat. Mose hat Gott einzigartig erfahren, nämlich als Zuflucht. Anders hätte er mit so vielen Menschen nicht vierzig Jahre in der Wüste unterwegs sein können. Ob in Versorgungsnöten, in kriegerischen Auseinandersetzungen oder beim Rückfall des Volkes in den Götzendienst - Mose nahm stets seine Zuflucht zu dem Gott, der versprochen hatte, mitzugehen (2. Mose 33, 14 - 15). Wir können uns diesen Mann gut auf dem Berg Nebo vorstellen, wie er angesichts der Bergwelt betet: Ehe denn die Berge wurden... Das ist staunende Anbetung.

Von Gott her wendet sich der Blick des Beters nun zu den Menschen:
V 3 - 6: Der du die Menschen lässest sterben... Vergänglichkeit und Tod sind also kein Naturgeschehen, sondern göttliches Verhängnis (vgl. 5. Mose 33, 27). Kommt wieder, Menschenkinder (V 3b) bezieht sich auf ihr Sterben. Sie sollen wieder zur Erde werden (l. Mose 3, 19). Indem der Psalmist so das Schicksal aller Menschen überlegt, füllen sich seine Worte mit Bildern. Er sucht nach Antwort auf die Frage: Was ist menschliches Leben? Womit kann man es vergleichen? Vom Strom der Zeit mitgerissen, erleben wir es wie einen Schlaf (V 5). Rückblickend glaubt man geträumt zu haben. Aber dieses Bild sagt nicht alles. Unser Leben gleicht auch dem Gras, das morgens aufblüht, sich entfaltet und dann in der Hitze des Südwindes dahinwelkt und verdorrt. Mit wie viel Freude und Zukunftserwartung beginnt der Morgen des Lebens. Es folgen Anforderungen und Unruhe, die ihre Spuren hinterlassen, bis das Alter daran erinnert: Die Kräfte sind verbraucht. Es wird zur unumstößlichen Gewissheit, dass wir hier keine bleibende Stätte haben (Hebr 13, 14).

Mose bleibt nun bei dieser Erkenntnis nicht stehen. Er fragt, warum "in Hütten und auf Thronen alles, alles sterblich ist" (Matthias Claudius). V 7 - 9: Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen... Warum ist Gott zornig? Mose hat ihn mit seinem Volk auf dem Weg ins verheißene Land so erlebt (4. Mose 11, 1). Gottes Zorn ist sein radikales Nein zu Gottlosigkeit und Sünde. An diesem Nein zerbricht unser Leben (Lamparter). Das ist der tiefste Grund für unsere Vergänglichkeit. Der wahre Gegensatz zwischen Gott und uns Menschen besteht also nicht darin, dass er ewig ist und wir vergänglich sind, sondern: Er ist heilig und wir sind sündig. Deshalb ist alle Angst vor dem, was nach dem Sterben auf uns zukommt, letztlich ein geheimes Wissen um die Schuld (Hebr 9, 27). Wir spüren, dass Gott unsere Vergangenheit kennt (V 8) und richten wird.

Welchen Wert hat dann noch menschliches Leben?

V 10 - 11: Was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe. Wie kommt der Beter zu dieser Beurteilung des Lebens? Hätte er nicht allen Grund, auf seine Erfolge stolz zu sein? Keineswegs! Im Angesicht des Todes fragt man nach dem, was bleiben wird, wenn die siebzig oder achtzig Jahre, die Gott als Grenze festgelegt hat, vorüber sind. Im Licht der Ewigkeit gilt: "Wir sind Bettler, das ist wahr" (Martin Luther). Wenn wir am Anfang einer Todesanzeige lesen: "Nur Müh' und Arbeit war sein Leben ... ", dann sollten wir Mitleid bekommen. Der Sinn des Lebens kann doch nicht darin bestehen, dass sich der Mensch zu Tode schuftet und dann noch stolz darauf ist. Mose muss das auch in seinem Gebet empfinden, denn wir lesen:

V 12 - 17: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Wörtlich: "Lehre uns unsere Tage zu zählen, dass so wir ein weises Herz gewinnen." Der Mensch ist das einzige Wesen in der Welt, das sich seine Lebenserwartung ausrechnen kann. Sie liegt in der westlichen Welt heute zwischen 70 und 80 Jahren. Allerdings garantiert uns niemand, dass wir so alt werden. Es ist wahr: Alte Menschen müssen sterben, junge können sterben. Weise im Sinne des 90. Psalms sind alle, die aus dieser Erkenntnis die rechten Schlüsse ziehen (vgl. Ps 39, 5). Mose ist darin vorbildlich. Er bleibt nicht bei der negativen Seite seines Lebens stehen, sondern nimmt seine Zuflucht zu Gott. Er spürt ganz deutlich, dass in dem Nein Gottes zur Sünde ein tiefes heiliges Ja zum Sünder verborgen ist (Martin Luther). Deshalb die Bitte: Herr, kehre dich doch endlich wieder zu uns... (V 13). Der Beter weiß, dass er nichts fordern, dass er nur auf die Gnade hoffen kann(V 14), aber darin sieht er auch die Chance zu einem neuen Leben. Fast kindlich bittet er darum, dass Gott doch für einen Ausgleich sorgen möge, damit Unglück und Freude sich die Waage halten können. Geht es doch letztlich darum, dass der Herr der Ewigkeit selbst geehrt werde (V 16), indem er durch seinen Segen das Werk der Menschen zu seiner eigenen Sache macht.

So endet dieses eindrucksvolle Gebet nicht in wehmütiger Stimmung, sondern in einer lebendigen Hoffnung.

bündeln

Aus tiefer Überzeugung und Lebenserfahrung bekennt Mose, dass Gott die Zuflucht seines Volkes immer war und sein wird, weil er ewig ist.

Von Gott her wird ihm bewusst, wie kurz das Leben aller Menschen ist. Er versucht, seinen Eindruck in anschaulichen Bildern klarzumachen.

Folgerichtig fragt er danach, warum alles Leben sterben muss und kommt zu dem Ergebnis, dass darin Gottes Nein zur Sünde sichtbar wird.

Auch alle Leistungen, auf die manche Menschen so stolz sind, entpuppen sich früher oder später als vergebliche Mühe.

Bei diesen negativen Gedanken bleibt Mose aber nicht stehen. Er macht sie zum Gebet und bittet um Weisheit, die kostbare Lebenszeit recht schützen zu können.

Wenn Gott sein Gebet erhört, dann will er sich mit den Seinen freuen und ihm die Ehre geben.

vertiefen

  1. Der Verfasser des Psalms gibt einige Hinweise auf seine Lebenssituation. Wie würdet ihr diese Situation beschreiben?
  2. Wie könnte dieser Psalm in einer Bitte zusammengefasst werden?
  3. Wir haben eines der bedeutendsten Gebete des Alten Testamentes vor uns. Wir fragen:
  4. Wieso kann ein Mensch durch das Wissen um den Tod klug werden?
  5. Welche neutestamentlichen Worte bestätigen die Ansicht des Psalmisten, dass wir Menschen durch Gottes Nein zur Sünde sterben müssen?
  6. Gibt es in diesem Psalm auch solche Verse, die wir vom Neuen Testament her nur eingeschränkt nachsprechen können?
  7. Psalm 90 endet voller Hoffnung. Wie weit reicht diese Hoffnung? In welcher Weise hat sich durch Jesus unser Hoffnungshorizont erweitert? Zum Beispiel Röm 6, 23 u. a.

anwenden

  1. Welcher Vers hat Euch am meisten berührt? Warum?
  2. Das Leben eines Menschen wird in sehr einprägsamen Bildern beschrieben. Findet Bilder, die Euer Leben beschreiben. Sind sie ähnlich oder ganz anders?
  3. Welche Bitte an Gott steht im Mittelpunkt Eures Lebens? Bittet Ihr um Klugheit, Jahre der Freude, dass Gott seine Macht zeigt...?
  4. Schreibt einen Psalm, in dem Ihr Gott bittet, dass Euer Leben gelingen möge.
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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