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im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 29Jesus Christus: Herr aller Herren
Von Ernst Bohnet
lesenPhilipper 1, 27 - 2, 11

lernen

Jesus Christus tauschte seinen Platz im Himmel bei Gott - ganz oben mit dem des Menschensohnes auf der Erde. Am Kreuz war er "ganz unten". So wurde er jedoch zum Herrn aller Herren.

Diese Erniedrigung und Erhöhung Christi hat Auswirkungen auf das Leben der Christen. Darum geht es.

erklären

Phil 1, 27 - 30: Das Wort Evangelium bedeutet so viel wie "Siegesbotschaft". Wir können dabei etwa an den Boten denken, der den Athenern die Nachricht vom Sieg ihres Heeres bei Marathon überbrachte. Diese Siegesbotschaft veränderte das Leben eines jeden, der ihr glaubte. Man brauchte sich nicht mehr zu verstecken, sich nicht mehr vor Tod oder Sklaverei zu fürchten. Jesus hat einen vollkommenen Sieg errungen, davon schreibt der Apostel in 2, 5 - 11. Diesen Sieg zu verkündigen sind wir berufen.

Zunächst erinnert Paulus die Christen daran, dass sie der Siegesbotschaft Glauben geschenkt haben und Staatsbürger der neuen Welt Gottes geworden sind. Nun sollen sie auch so leben! Das Wort wandelt bedeutet: "Staatsbürger sein und sich als solcher verhalten." Die Lebensführung der Christen soll übereinstimmen mit ihrer himmlischen Staatsbürgerschaft. Im Zusammenhang des Textes heißt das, Christen treten mutig und einmütig für die Siegesbotschaft von Jesus Christus ein.

Denn es gibt Widersacher, die sie durch Drohungen einschüchtern wollen, um sie vorsichtig, kleinlaut oder stumm zu machen (V 28). Schon ganz zu Anfang hatte man versucht, die Apostel einzuschüchtern, aber im gemeinsamen Gebet hatte ihnen Gott Kraft gegeben, erst recht mutig von Jesus zu reden (Apg 4, 17 - 31). Paulus geht sogar noch weiter: Er sieht es als Geschenk an, wenn dieser Glaube auch etwas kostet. An seinem Beispiel sehen die Philipper, dass er damit nicht nur schöne Worte macht (Apg 16, 23ff.).

Phil 2, 1 - 5: Aber Christen sollen nicht nur mutig, sondern auch einmütig eintreten für die Siegesbotschaft von Jesus. Manche gute Aktivität nützt wenig, wenn Mitarbeiter nicht miteinander, sondern isoliert von einander oder insgeheim gegeneinander arbeiten. Paulus sieht die guten Absichten, z. B. Liebe und Barmherzigkeit. Er respektiert auch ihren Eifer. Aber er bittet die Christen, dass sie wirklich eins sind in der gegenseitigen Liebe.

Dazu ist es notwendig, immer wieder die eigenen Motive in der Gegenwart Gottes zu überprüfen (2, 3). Zu schnell versteckt sich hinter frommem Eifer doch nur das alte Ich (vgl. Phil 1, 15 - 17). Paulus regt zu kritischer Selbstprüfung an: Wo geht es mir darum, eigene Ansichten durchzusetzen und mich zu profilieren? Wo sehe ich meine Ehre gefährdet und reagiere entsprechend? Wie wichtig ist mir, dass meine Arbeit anerkannt wird?

Aber er macht auch positive Vorschläge: Übe dich darin, von anderen und ihren Motiven besser zu denken und zu reden als von dir selbst! Sei bereit, dich zurückzunehmen, damit andere sich entfalten können. Sieh nicht nur auf dich, sondern auch auf den anderen und auf das, was ihm wichtig ist! Es ist wie bei einem Fußballspiel: Nicht die Mannschaft wird am Ende erfolgreich sein, die aus Einzelkämpfern besteht, sondern in der einer für den anderen denkt und läuft.

Phil 2, 6 - 11: Jesu heilsgeschichtliche Tat - seine Selbsterniedrigung wird zum Vorbild für das alltägliche Miteinander, stellt Paulus seinen Lesern vor Augen, indem er ein urchristliches Lied zitiert. Es spricht vom Leben Jesu bei Gott vor aller Zeit (V 6), seiner Menschwerdung und seinem Tod (V 7 - 8) in der Zeit und seiner Erhöhung durch Gott (V 9 - 11) am Ende der Zeit.

Ganz anders als Jesus wollen wir Menschen aber nicht gehorsam sein, sondern lieber selbst unser eigenes Leben bestimmen, ja, "wie Gott sein" (1. Mose 3, 5). Jesus tat genau das Gegenteil: Er, der in göttlicher Gestalt war, gab diese willig auf, um uns zu retten. Er betrachtete seine göttliche Stellung nicht als Glücksfall, den er für sich genießen durfte, während die Menschen in ihr selbstverschuldetes Verderben liefen (V 6). Er wurde Mensch, um für uns, an unserer Stelle Gott gehorsam zu sein. Er "entleerte" sich (V 7), gab alle göttliche Macht auf, um uns gleich zu sein. Ja, er nahm "Sklavengestalt" an. Er kam in die ganze Vergänglichkeit und Schwachheit unserer Existenz (vgl. Hebr 2, 14 - 15 und 2. Kor 8, 9). An dieser Stelle macht Paulus einen Zusatz zu dem ursprünglichen Lied: Jesus war nicht nur gehorsam bis zum Tod, sondern bis zum Tode am Kreuz (V 8). Die Kreuzigung war nicht nur die qualvollste, sondern auch die entehrendste Art der Hinrichtung. Jesus wurde am Kreuz für uns buchstäblich entehrt, bloßgestellt. Wenn wir uns also in unserer Ehre beeinträchtigt sehen, so befinden wir uns bei Jesus in bester Gesellschaft. Gott hat den Gehorsam seines Sohnes so beantwortet, wie er auch unseren Gehorsam beantworten wird. Er hat es den Philippern geschenkt (1, 29) für Christus zu leiden, er wird ihnen auch Anteil geben an seiner Herrlichkeit. Denn ihm, der gehorsam war bis zum Tod, hat Gott den Namen über alle Namen gegeben! Jesus hat sich durch seinen Gehorsam und sein Leiden würdig erwiesen, die Macht und Herrschaft über das ganze Universum zu empfangen. Wer auch immer sich Jesus (und uns) noch entgegenstellt, wird einmal eingestehen müssen: Herr ist Jesus Christus!

bündeln

Wir sind "Staatsbürger" der neuen Weh Gottes und sollen unser Leben entsprechend führen.

Dazu gehören Einmütigkeit und Liebe in der Gemeinde.

Allen Einschüchterungsversuchen und Leiden zum Trotz sollen wir die Siegesbotschaft von Jesus Christus mutig und einmütig weitersagen.

Weil Jesus freiwillig - aus Liebe zu uns - von ganz oben nach ganz unten stieg, können auch wir von unserem "Thron" herabsteigen und den anderen höher achten als uns selbst.

Am Ende der Zeiten wird Christus Herr über alle und alles sein. Was für eine großartige Perspektive!

vertiefen

  1. Welche Beziehung hat Paulus zu der Gemeinde in Philippi? Wie schreibt er an sie? Welche Themen sind in der Beziehung wichtig?
  2. Was erwartet Paulus von der Gemeinde? Was ist ihre Aufgabe?
  3. Das Christuslied zeichnet den heilsgeschichtlichen Weg Jesu in knapper Form nach. Verfolgt die Stationen dieses Weges anhand der angegebenen Parallelstellen.
  4. Was war den ersten Christen an der Person Jesu Christi besonders wichtig?

anwenden

  1. Was ist unser "Glaubensbekenntnis" über Jesus Christus?
  2. Wo und wie wird die Ausbreitung des Evangeliums durch Uneinigkeit behindert?
  3. Welche Hilfen gibt uns der Text für die Einmütigkeit in der Gemeinde?
  4. Haben wir uns schon einmal einschüchtern lassen? Wie sieht das heute aus? Wie können wir darauf reagieren?
  5. Lest zum Schluss das Christuslied (V 5 - 11) auch nach der Bibel in heutigem Deutsch, die Gute Nachricht.
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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