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im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 14 Eine neue Zeit wird angekündigt
Von Prof. Dr. Friedhelm Munzel
lesen Jesaja 9, 1 - 6; Jesaja 11, 1 - 10

Gelber Bleistif

lernen

Dem Volk Israel wird ein Ende der trüben Tage verheißen: Befreiung von Unterdrückung und Krieg. Der Friedefürst wird seine Herrschaft aufrichten. Mit göttlicher Vollmacht wird er für Gerechtigkeit und einen paradiesischen Zustand sorgen.

erklären

Jesaja 9, 1 - 6

V 1: Das große Licht. Die Herrschaft Assyriens wird mit Finsternis verglichen, die Befreiung mit Licht und hellen Strahlen - ein schönes Bild für Gegenwart Gottes und Rettung (vgl. Ps 112, 4).

V2: Die große Freude. Gott löst durch die Befreiung seines Volkes grenzenlosen Jubel aus. Der Vergleich mit Ernte und Beute zeigt die Größe der Freude, Leben und Fülle an.

V 3: Die Befreiung. Die Dankbarkeit Gott gegenüber bezieht sich in erster Linie auf die Vernichtung der Fremdherrschaft, für die anschauliche Bilder aus dem Leben stehen. Die Rettung wird mit dem "Midianstag" verglichen: Mit einer verschwindend kleinen Anzahl von Kämpfern hatte Gideon das übermächtige Heer der Midianiter geschlagen (Ri 7). Das Volk erwartet nun ein ähnliches Ereignis, in dem Gott sich wiederum als Befreier erweist.

V 4: Die Vernichtung. Alles Gewalttätige, Zerstörende und alles, was Verwundungen und Schmerzen verursacht, wird vernichtet. Das Dröhnen der Soldatenstiefel als Zeichen für militärische Macht und die blutigen Mäntel als Zeichen für Krieg verlieren durch Gottes Eingreifen ihre Schrecken. Das Bild des verzehrenden Feuers - oftmals Wirken Gottes - besagt: Es bleibt nichts Bedrohliches übrig.

V 5 - 6: Das Kind. Dies ist der Höhepunkt der Weissagung: Ein neugeborenes Kind wird umfassenden Frieden verwirklichen. Die Erwartungen spiegeln sich in seinen vier Namen wider:

Wunder - Rat: Der neue Herrscher kann an Gottes Statt Außergewöhnliches beschließen, und er hat die Macht, dies auch auszuführen. Er ist von Gottes Geist erfüllt und nicht auf den Rat eines anderen angewiesen.

Gott - Held: Er hat Anteil am Wesen Gottes; er ist voller Machtfülle. Was er ausführen will, wird ihm gelingen, weil er nicht Menschen - Held, sondern Gott - Held ist. Ewig - Vater: Er wird dauernden Schutz und Geborgenheit geben können. Er wird Fürsorge für sein Volk übernehmen. Die "Kinder Israel" können sich auch im Blick auf die Zukunft ihrer Generationen auf ihn verlassen.

Friede - Fürst: Er soll das erfüllen, was der Urwunsch aller Israeliten ist: Das Heil im Lande schaffen. Ein solches Heil ist aber nur durch Recht und Gerechtigkeit, durch Frieden nach innen und außen erreichbar. Das Heil wird sich erfüllen, weil Gott mit seinem Eifer dafür sorgt, d. h. es ist Gottes unumstößlicher Entschluss, das Volk des Eigentums zu befreien.

Jesaja 11, 1 - 10

V 1: Der Wurzelstock. Dem Bild liegt die Vorstellung einer Sippe als Stammbaum zugrunde. Den Wurzeln wurde hierbei besondere Kraft zugesprochen. So wird der Messias als neuer Spross (Reis) aus dem zu einem Baumstumpf reduzierten Haus Isai (Davids Vater) hervorgehen. Vgl. 2. Sam 7,12 und Jes 53, 4.

V 2: Der Geist des Herrn. Der kommende König ist Träger des göttlichen Geistes. Nur mit dem Geist Gottes als Beistand vermag er ein gerechter Herrscher zu sein, der einsichtige und weise Entscheidungen trifft. Er ist dazu begabt, sinnvoll zu planen und vollmächtig zu handeln. Dieser König missbraucht seine Macht nicht zur Selbstverherrlichung, sondern er führt Gottes Willen durch. All seine Erkenntnis wurzelt in der Ehrfurcht vor Gott. Für den Juden ist Erkennen nicht nur auf die Denkfähigkeit bezogen, sondern umfasst den ganzen Menschen in seinem Denken, Reden und Handeln.

V 3 - 4: Die Gerechtigkeit. Der neue Herrscher lässt sich nicht durch seine Sinne täuschen, er sieht tiefer. Er lässt sich nicht durch Ansehen oder Einfluss von Menschen in seiner Rechtsprechung leiten. Er steht Armen und Benachteiligten bei. Seine Gerichtsworte haben gewaltige Wirkung (siehe 2. Thess 2, 8). Sie sind dem göttlichen Schöpferwort ähnlich: Gott spricht und es geschieht.

V 5: Die Beständigkeit. In den Gurt wurde das aufgeschürzte Gewand gesteckt. Auf diese Weise hatte ein Kämpfer größere Bewegungsfreiheit. Die Vergleiche verdeutlichen, dass Gerechtigkeit und Zuverlässigkeit zum ständigen Erscheinungsbild des Herrschers gehören und ihm Handlungsfreiheit gewähren.

V 6 - 9: Das Friedensparadies. Das anbrechende Friedensreich mit allumfassender Gotteserkenntnis bewirkt eine Wandlung des menschlichen Herzens und eine Verwandlung der tierischen Natur, ein Leben ohne Feindseligkeit und Angst. Die Aufhebung der Feindschaft ist die Ursehnsucht des Menschen: Es gibt keine Angst mehr vor wilden Tieren, vor Verlusten in der Herde. Das Raubtier ist dem Zwang enthoben, sich auf das Haustier zu stürzen. Die in 1. Mose 3, 15 erwähnte alte Feindschaft zwischen dem Samen des Weibes und dem Samen der Schlange ist begraben.

V 10: Das Zeichen für die Völker. Hier gelangen Weissagungen wie Ps 72, 7 - 19 zur Erfüllung. Der König der Heilszeit wird von den Völkern als oberster Herrscher anerkannt. Der Mittelpunkt dieser paradiesischen Welt wird das neue Jerusalem sein. Siehe auch Jes 65, 17ff.

bündeln

Gott wird sein Volk aus der Bedrängnis (Finsternis) in sein Reich des Friedens und der Freiheit (Licht) führen.

Auch Feindschaft und Krieg müssen dann weichen, weil mit der Geburt des Friedefürsten ein neues Zeitalter begonnen hat.

Wo niemand mehr Leben vermutet, lässt Gott seinen "Sprössling" hervorgehen, auf dem sein Geist ruht.

Er wird die Völker richten und Gottes herrliches Reich aufrichten.

vertiefen

  1. Welche Verheißungen werden uns in dem Text gegeben?
  2. Was bedeutet Frieden (Schalom)? Schaut auch in einem Bibellexikon nach.
  3. Die alttestamentlichen Verheißungen haben sich in Jesus erfüllt. Was steht noch aus?
  4. Warum werden diese Texte oft in der Adventszeit gelesen? Könnten sie auch in einem anderen Zusammenhang stehen?

anwenden

  1. Auf einem Baumstumpf wächst ein neuer Trieb ... Ein Bild für Hoffnung. Sucht biblische Parallelen. Wo erleben wir so etwas heute?
  2. f) Reicht der "Friede im Herzen" aus? Obwohl (oder gerade weil) Jesu Reich "nicht von dieser Welt" (Joh 18, 36) ist, hat Nachfolge persönliche, soziale und politische Konsequenzen.
  3. Welche Bilder finden sich im Neuen Testament für das neue Friedensreich? Wie wirken diese Bilder auf Euch? Wie könnte die Hoffnung auf eine neue Zeit heute vermittelt werden?
  4. Singt das Lied "Es ist ein Ros entsprungen" (Gemeindelieder Nr. 179).
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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