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im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 34Ein neues Verhältnis zu Gott und dem Bruder
Von Siegfried Kerstan
lesen1. Johannes 3, 1 - 24

lernen

Die Liebe der Christen untereinander ist ein wichtiges Kennzeichen der Gotteskindschaft. Welche Konsequenzen hat das für uns?

erklären

V 1 - 2: Dass wir Gottes Kinder heißen sollen. Dieser Gedanke bringt Johannes zum Lobpreis Gottes und seiner Liebe. Wir sind Kinder Gottes geworden! Es ist falsch zu behaupten, dass alle Menschen von Natur aus Kinder Gottes sind. Alle sind seine Geschöpfe, aber zu Kindern, die ihn als Vater anrufen dürfen, werden Menschen erst durch den Glauben an Jesus Christus und die Neugeburt im Heiligen Geist.

Kind Gottes ist nicht nur ein Bild, sondern beschreibt auch eine Wirklichkeit: So wie in der natürlichen Zeugung die erbliche Abstammung wirksam wird, so verleiht uns die geistliche Zeugung die Art dessen, der uns gezeugt hat. - Wie groß das Geschenk Gottes auch ist, es gibt noch eine Steigerung. Unser Stand als Gotteskinder ist vollkommen, unser jetziger Zustand ist noch unvollkommen, nur ein Anfang. Bei Christi Wiederkunft aber werden wir verwandelt werden und ihm gleich sein.

V 3 - 5: Und ein jeder, der solche Hoffnung hat. Der Ausblick auf die Vollendung macht die Christen aktiv. Er spornt sie an zum Kampf gegen die Sünde. Dabei ist Jesu Reinheit und Heiligkeit ihr Vorbild. Sie wissen, dass Jesus gekommen ist, die Macht der Sünde aufzuheben. Darum kehren sie sich ab von jeder Sünde und wollen den Willen Gottes erfüllen.

V 6 - 9: Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht. Die Geschichte der Auslegung dieser Verse ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich eine Irrlehre entwickeln kann, wenn man Bibelverse aus dem Zusammenhang reißt. Zwei entgegengesetzte Irrlehren bedrohen die Gemeinde damals und heute: Die einen sagen, der von Christus erlöste und mit ihm in Gemeinschaft lebende Mensch kann nicht mehr sündigen! Es gibt ein fortgeschrittenes Christsein, das die Stufe des Sündigens hinter sich gelassen hat. - Dieser Behauptung setzte Johannes sehr heftig und eindeutig die Aussagen von 1. Joh 1, 8 und 10 entgegen: Wenn wir sagen ... Die andere Richtung macht aus der Sündenvergebung ein Ruhekissen: Der Kampf gegen die Sünde ist mehr nötig, denn die Gnade Gottes wird mit allem fertig und kommt sogar um so größer zur Geltung, je mehr zu vergeben ist (vgl. Röm 6,1 - 2). - Solch einem falschen Evangelium widerspricht Johannes mit unseren Versen. Gott erwartet von uns das eindeutige Nein zur Sünde. Denn jede Sünde ist ein Produkt des Teufels und gibt ihm wieder Einfluß auf unser Leben.

V 9: Können nicht sündigen. Darum müssen wir beide Seiten beachten: Auch Christen geraten immer wieder in Sünde, aber sie bleiben nicht in ihr und sündigen nicht mutwillig. Wie eine Kompassnadel durch Erschütterungen zwar aus der Richtung gebracht werden kann, aber sich sofort wieder auf den Magnetpol ausrichtet, so ist ein Christ mit seinem Leben ausgerichtet auf Jesus Christus. Sobald er sein Abweichen vom Kurs merkt, kehrt er zu Jesus Christus zurück. Es ist unmöglich, zwei Reisen in entgegengesetzte Richtungen zugleich zu unternehmen. So "unmöglich" ist es, für einen Christen zu sündigen, d. h. gewollt und bewusst gegen Gottes Gebot zu handeln und zugleich in Gemeinschaft mit Jesus Christus zu sein (vgl. Joh 13, 34).

V 11 - 12: Nun geht es um die Bruderliebe! Über die allgemeine Nächstenliebe wird hier nicht gesprochen, sie gilt sowieso. Von Anfang an hat Jesus seine Jünger aufgerufen, Gemeinschaft zu haben und einander zu lieben. Das ist ja nicht leichter als den Nächsten zu lieben, bei dem man schnell wieder auf Distanz gehen kann. Brüder und Schwestern haben einen gemeinsamen Vater, darum stehen sie in einem herausgehobenen Verhältnis zueinander. Als Kinder Gottes setzt Jesus die Seinen in ein neues Bruderschaftsverhältnis, das untereinander verpflichtet.

V 13 - 15: Wundert euch nicht, wenn euch die Welt hasst. Wer hasst, der versucht, den Gehassten auszuschalten, er wünscht ihn sich "aus den Augen", am liebsten tot. Hassen ist deshalb vor Gott dasselbe wie töten. In der Welt wird Hass oft als eine besondere Form der Stärke angesehen und als erlaubtes Mittel der Selbsterhaltung. Liebe dagegen wird oft für Schwäche gehalten. Kein Wunder, dass die Welt die Gemeinde ablehnt, die mit ihrer Haltung der Liebe die Gesinnung des Hasses und des Todes bloßstellt und stört (vgl. V 16)!

V 17 - 18: Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat. In unserem Tun im Alltag wird deutlich, ob jemand nur schöne Worte macht oder mit der Tat und mit der Wahrheit liebt.

V 19 - 20: Wenn uns unser Herz verdammt. Wenn wir das Gebot der Bruderliebe in die Tat umsetzen wollen, erfahren wir, wie schnell wir versagen. Dann klagt uns unser Herz (das Innerste unseres Wesens) an. Aber Gott ist größer als unser Herz! Wir sollen von uns selbst wegschauen auf die Größe Gottes. Er kennt unsere wahren Motive und weiß, ob wir es wirklich ernst meinen.

V 21 - 24: So haben wir Zuversicht zu Gott. Wenn wir das ernstnehmen, hört unser Herz mit der lähmenden Selbstanklage auf und lobt Gott. So erst empfangen wir Freudigkeit über unsere Gotteskindschaft und aus ihr auch die rechte Haltung zum Beten.

bündeln

Christen hoffen auf ihren wiederkommenden Herrn, denn dann wird offenbar, was jetzt schon gilt: Sie sind Kinder Gottes.

Christen leben schon jetzt entsprechend dieser Neugeburt aus Gott und meiden Sünde jeder Art.

Jeder Christ kann zwar von Sünde überrumpelt werden, aber er wird nicht darin verharren.

Es gibt keine neutrale Haltung zwischen Liebe und Hass. Hass macht uns zu Mördern, denn nicht erst die vollzogene Tat entscheidet, sondern die Richtung unseres Denkens.

Ein Nachfolger Jesu ist verpflichtet, seine Schwestern und Brüder zu lieben.

Dabei lassen wir uns durch nichts entmutigen, auch nicht durch Selbstanklagen, die aus unserem Inneren kommen. Die Barmherzigkeit Gottes bleibt stets größer als unsere Schwachheit und unser Versagen.

vertiefen

  1. Wie beschreibt Johannes Gottes Liebe zu uns?
  2. Was ist Sünde für Johannes?
  3. Wie soll die Liebe der Christen aussehen?
  4. Erlebt der, der Gottes Gebote hält, mehr Gebetserhörungen? Vgl. V 22.

anwenden

  1. An Christus gläubige Menschen sind Kinder Gottes nicht im Sinn eines Als-ob, sondern wirklich! Freut Euch über Eure Gotteskindschaft und dankt dafür!
  2. Wir vermeiden Sünde, weil ... Vervollständigt diesen Satz.
  3. Wir überlegen, warum die Liebe zur Schwester oder zum Bruder oft schwerer ist als Nächstenliebe.
  4. Die Menschen sehen nur unsere Taten, Gott aber kennt auch unser Wollen (Thomas von Aquin).
  5. Welche Aussage in diesem Text kann uns helfen, Liebe überzeugender zu leben?
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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