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im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 24Was wird aus Israel?
Von Wolfgang Buck
lesenRömer 9-11

lernen

Das achte Kapitel des Römerbriefs endet mit dem staunenden Lob über Gottes Gnade. Wahrscheinlich sind Staunen und Loben auch ein besserer Zugang zu den drei Kapiteln über Israel als alle spekulativen Theorien, die immer wieder zu hartem Streit in den Gemeinden führen! Um des Zusammenhangs willen lesen wir die Texte abschnittweise und sollten das Gespräch darüber dann sehr behutsam führen.

erklären

1. Die Tragik. Israel sucht Gott auf falschem Weg (9, 1-5; 10, 1-4).
Paulus macht sich Sorgen um sein Volk. Es sind Menschen, die Gott lieben, denen auch alle Verheißungen zugedacht sind, denen Gott sogar den Messias gesandt hat. Doch die Juden verschließen sich dem Evangelium der Gnade und wollen mit ihrer eigenen Leistung vor Gott bestehen (10, 3). Sie können sich nicht vorstellen, dass man vor Gott nur mit leeren Händen Gnade finden kann. Demgegenüber betont Paulus - und das ist ein Kernsatz unserer Texte: Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht (10, 4).

2. Die Realität: Nicht für alte Nachkommen Abrahams gilt die Verheißung (9, 6 - 13. 27).
Die Selbstsicherheit der damaligen Juden gründet sich auf ihre Abstammung von Abraham. Ihnen gilt doch die Verheißung aus 1. Mose 12, 2-3. Dieser Einstellung widerspricht Paulus und verweist ebenso auf das Alte Testament: Die Verheißung an Abraham galt nicht einmal allen seinen damaligen Nachkommen (9, 7: Ismael und Esau z. B. scheiden aus!). Also: Die Abrahamsverheißung allein ist keine Garantie für die Rettung aller Juden. Rettung ist immer nur Gnade, ist Gottes ureigenes Recht, keiner kann darauf pochen.

3. Die zentrale Frage: Ist Gott dann nicht ungerecht (9, 14 - 21)?
Die Verse 14 - 18 sind hart. Isoliert man sie, dann wären Evangelisation und Mission sinnlos. Aber Paulus will sagen: Gottes rettendes Handeln ist immer nur Gnade, die nicht berechenbar ist, die nicht vererbt werden und auch nicht durch Leistung verdient werden kann. Gottes heilvolles Handeln ist immer nur sein freies Erbarmen (V 16). Daraus folgt nun zwangsläufig die Frage, ob der Mensch dann überhaupt schuldig sein kann (V 19). Darauf antwortet Paulus:

  • Gott als der Schöpfer hat grundsätzlich freies Verfügungsrecht über uns. Er ist niemandem Rechenschaft schuldig.
  • Alle Menschen haben im Grunde Gottes heiligen Zorn verdient ( Röm 3, 9). Trotzdem erweist Gott denen seine Gnade, die an ihn glauben (10, 10), und das ist aber immer nur ein "Rest" (9, 27; vgl. Jes 10, 21-22a). Gottes Gnade wird dem Menschen also nicht einfach übergestülpt.

4. Das erste Ergebnis: Alle Menschen haben dieselbe Chance (9, 30-33; 10, 8b-13).
Gottes Gnadenangebot erfordert den bewussten Glauben des Menschen, das bedeutet:

  • Er hört auf Gottes Wort (10, 8).
  • Er bekennt Jesus Christus als seinen Herrn (10, 9).
  • Er ist von diesem Bekenntnis zutiefst überzeugt (10, 10a).
  • Er bezeugt seinen Glauben auch mit Worten (10, 10b).
Das ist und bleibt der einzige Weg, um an Gottes Erwählung teilzuhaben - das gilt für Heiden und Juden (10, 12-13).

5. Aber: Israel hat sich nicht rufen lassen (10, 14-21).
Immer wieder hat Gott sich in der Geschichte des Volkes bemüht, gehört zu werden. Aufs Ganze gesehen aber war es vergeblich. Das Alte Testament bezeugt in immer neuen Variationen Gottes Liebe - berichtet aber auch von der Untreue Israels, die dann das Gericht herausfordert. Von Mose bis Paulus wird diesem Volk das Wort Gottes gepredigt (V 16b); sie hören es (V 18), aber sie nehmen es nicht ernst (V 21). Deshalb wendet sich Gott zunächst von Israel ab, und die rettende Botschaft gilt nun den nicht-jüdischen Völkern.

6. Trotzdem: Gottes Verheißung an Israel bleibt bestehen (11, 1 - 10).
Eigentlich erwartet man jetzt, dass Gott sich von Israel endgültig abwendet. Das aber wehrt Paulus entschieden ab, denn Gott hat ja auch in Israel jenen Rest gefunden, der Gottes Reden und Handeln ernst nimmt (vgl. 9, 27). Das sind diejenigen Juden, die Jesus als Herrn und Messias aufgenommen haben - und mit ihnen beginnt die neutestamentliche Gemeinde (Apg 2). Die übrigen Juden, die Jesus ablehnen, tun das auf eigenes Risiko - und die Folge ist Verhärtung, Verstockung. Sie werden umso schwerhöriger gegenüber Gottes Reden, je länger sie es hören (11, 7b - 10).

7. Am Ende: Auch für Israel gibt es Rettung und Heil (11, 11 -29).
Der verhängnisvolle Weg Israels ist nicht total sinnlos. Gott fügt ihn sogar in seinen Plan ein: Durch Israels Ablehnung kommen die Heiden zum Zuge (11, 11). Durch deren Glauben will Gott Israel sogar eifersüchtig machen (10, 19), um einige von ihnen zurückzuholen (11, 19). Gott wartet nur darauf, dass sie ihren Unglauben aufgeben (11, 23), damit er sie wieder dort einpfropfe, wo sie hingehören. Wenn die "Fülle der Heiden" (11, 25) zum Heil gelangt ist, wird Gott sich seinem Volk erneut zuwenden. Wie geschieht das?

Nicht anders als bei den Heiden durch ihre Hinwendung zu Jesus Christus. V 26 muss richtig heißen: "So (=auf diese Weise, nicht "dann"!) wird ganz Israel gerettet, wie geschrieben steht". Damit ist klar: Es gibt auch am Ende der Zeiten keinen Heilsautomatismus für Israel - an Christus vorbei. Die falsche Übersetzung ("dann") hat schon so viel ungute Spekulation bewirkt, so als ob jeder, der Jude ist, dann automatisch gerettet würde. Das aber sagt Paulus gerade nicht!

Am Ende sind die Erretteten aus Juden und Heiden in der gleichen Lage: Beide haben ursprünglich nur Gottes Zorn verdient, und beide sind nur durch die Gnade Gottes errettet, sofern sie diese angenommen haben. Über all dem kann man nur staunend danken und anbeten (V 33-36).

bündeln

Vergleiche die Zwischenüberschriften.

vertiefen

  1. Paulus argumentiert sehr engagiert. Warum ist ihm die Fragestellung so wichtig? Was will er erreichen?
  2. Was ist Heilsgewissheit? Woher kommt sie?
  3. Wodurch unterscheiden sich Heilsgewissheit und falsche Heilssicherheit?
  4. Inwiefern ist das Verhalten des damaligen Israel ein Beispiel für falsche Heilssicherheit (9, 6-8.32)?
  5. Welche Mahnungen an Christen verknüpft Paulus mit der Geschichte Israels in 11, 1.20.21?

anwenden

  1. Gespräche über Israel werden unter Christen oft leidenschaftlich geführt. Es ist dann wichtig, immer wieder zu den Texten selbst zurückzulenken und nicht eigenwilligen oder schwärmerischen Theorien zu folgen! Wie sollen Christen sich gegenüber Juden verhalten?
  2. Welche falschen Folgerungen haben manche Christen aus dem Ungehorsam Israels gezogen?
  3. Israel ist Gottes geliebtes Bundesvolk (11, 29-31). Welche Konsequenzen hat das für die Haltung von Christen dem heutigen Israel gegenüber, welche nicht?
  4. Wir beten für die Bekehrung Israels.
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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