Missionarische Gemeindedienste Missionarische Gemeindedienste
(Heimatmission)
im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

____________________________________________________
- Gemeindegründung - Jüngerschaft - Gemeindeaufbau
Informationen für Hauskreise, Kleingruppen, Gemeindebibelschule, Hauskirchen, Gesprächstreffen, Stubenversammlungen, Zellen ...
Willkommen
Treffpunkt Bibel
Praxis
der Verkündigung
Arbeitsmaterial
Jahr der Bibel: AT
Jahr der Bibel: NT
Serendipity
Willow Creek
Glaubenskurse
Literatur
Seminare
Tipps für Gruppen
Spiel und Spaß
Gästebuch
Impressum/Links
Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 17Jesus - Diener und Herr
Von Hannes Neubauer
lesenJohannes 13,1-20, besonders Johannes 13,1-17

lernen

Mal so richtig "den Kopf gewaschen" bekommen - diese Erfahrung ist uns vermutlich nicht unbekannt. Wie ein begossener Pudel geht man dann davon. Aber wem sind schon einmal die Füße gewaschen worden?

erklären

Die Fußwaschung war zur Zeit Jesu üblich. Vor dem Eintritt in die Synagoge, dem jüdischen Gotteshaus und dem Tempel wusch man sich den Staub der Straße von den Füßen. Ähnliches praktizieren die Muslime, wenn sie eine Moschee betreten, indem sie ihre Schuhe ausziehen und sich die Füße waschen.

Ebenso gehörte es zu den Pflichten eines guten und höflichen jüdischen Gastgebers, den Gästen beim Eintritt ins Haus die Füße waschen zu lassen (Lk 7, 44). Es war ein Zeichen der Ehrerbietung. Diese Arbeit war allerdings dem rangniedrigsten Sklaven "vorbehalten". Kein Jude hätte diese Arbeit freiwillig übernommen, da sie ein Zeichen der äußersten Erniedrigung war.

Der Sklave mußte sich eine Schürze umbinden, eine Waschschüssel mit lauwarmem Wasser nehmen, sich vor dem Gast niederknien, ihm die Sandalen aufbinden, dessen staubige und verschwitzte Füße waschen, mit der Schürze abtrocknen und bei besonders hochgestellten Gästen mit Öl salben.

V 1 - 5: Vor dem Passafest aber erkannte Jesus ... Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fußwaschung durch Jesus, wie sie Johannes berichtet, beim letzten Abendmahl Jesu und seiner Jünger geschah. Seine Stunde war gekommen, sein Weg ans Kreuz von Golgatha stand unmittelbar bevor. Es war die Liebe Gottes zu den Menschen, die Jesus dazu drängte. Sein Sterben am Kreuz für die Schuld der Menschen ist ein Ausdruck dieser Liebe.

Die große Liebe zeigt sich auch in der Fußwaschung. Die Situation des letzten Abendmahles, in dem Jesus eigentlich der "Hausherr" ist, macht es besonders deutlich: Jesus käme am wenigsten in Frage, den anderen die Füße zu waschen. Eigentlich wäre das die Aufgabe des "rangniedrigsten" Jüngers. Der Hausherr wird zum Diener (vgl. Phil 2, 6-8). So ist die Fußwaschung einer der vielen Liebesbeweise Jesu an die Menschen. Aber gleichzeitig weist sie auf den Tod Jesu um der Schuld der Menschen willen hin.

V 6 - 11: Da kam er zu Simon Petrus. Die Reaktion des Petrus, als Jesus vor ihm kniet, zeigt, dass diese Handlung Jesu äußerst ungewöhnlich, ja sogar undenkbar ist (vgl. dazu die Reaktion Johannes des Täufers, als Jesus sich von ihm taufen lassen will (Mt 3,14). Nimmermehr (V 8): Damit gebraucht Petrus die stärkste Form der Ablehnung!

In seiner Antwort macht Jesus deutlich, dass die Fußwaschung ein Gleichnis für die Reinigung von Sünden ist. Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir (V 8). So wie die Füße vom Schmutz der Straßen gereinigt werden müssen, so braucht jeder Mensch (auch Petrus) die Reinigung vom Schmutz der Sünde. Durch den Tod Jesu am Kreuz sind wir reingewaschen von der Sünde. Jeder, der dieses Geschehen für sich annimmt, erlebt die Vergebung du Schuld und damit Reinigung. Falsche Demut (oder Stolz?) wie bei Petrus dürfen das nicht verhindern.

V 12 - 16: Als er nun ihre Füße gewaschen hatte. Die Fußwaschung ist gleichzeitig ein Modell für den Umgang der Jünger miteinander. Möglicherweise brach während des letzten Abendmahls unter den Jüngern ein Streit aus, wer von ihnen der Größte im Reich Gottes sei (vgl. dazu Lk 22, 24-27). Jesus antwortet mit der Fußwaschung und einer anschließenden Erklärung. Der Umgang der Jünger miteinander sollte geprägt sein von der Atmosphäre der Dienstbereitschaft. Sie sind es einander schuldig (so V 14 wörtlich), sich untereinander die Füße zu waschen.

Die Fußwaschung steht hier für jeglichen Dienst, der unabhängig vom Rang und der Würde eines Menschen getan werden soll.

Jesus erteilt seinen Jüngern und damit jedem Christen durch sein vorbildliches Tun eine Lektion. Er, der es nun wirklich nicht nötig hätte, verrichtet die Arbeit, die der geringste Sklave im Haus zu tun hat. Welch Vorbild für das Zusammenleben von Christen!

V 17: Wenn Ihr dies wisst ... Mit einer Mahnung, die zugleich Aufforderung zur Nachahmung ist, beendet Jesus die Fußwaschung (vgl. Mt 5, 3 - 12). Wer dem Vorbild Jesu folgt, wird ein glückliches Leben führen. Welch ein Gegensatz zur allgemeinen Lebensphilosophie!

bündeln

Die Fußwaschung ist ein Liebesdienst Jesu an seinen Jüngern, der die tiefe Liebe Gottes zu uns Menschen offenbart.

Die Fußwaschung ist ein Gleichnis für den bevorstehenden Tod Jesu am Kreuz und dem damit verbundenen Angebot Gottes zur Reinigung von den Sünden.

Die Fußwaschung ist ein Ausdruck für die dienstbereite Haltung eines jeden Christen. Wer sich in der Gemeinde so verhält, dem ist ein glückliches Leben verheißen.

vertiefen

  1. Beschreibt, bei welcher Gelegenheit Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht.
  2. Was sollen die Jünger von ihrem Lehrer(!) durch das Füßewaschen lernen?
  3. Welche Fragen haben die Jünger? Was stellen sie nicht in Frage?
  4. Vergleichen wir unseren Text mit 1. Petrus 5, 1 - 6. Was hat Petrus wohl aus diesem Erlebnis mit Jesus gelernt?

anwenden

  1. Wie würden wir reagieren, wenn uns zu Beginn eines Gottesdienstes jemand die Füße waschen wollte?
  2. Wie können wir einander helfen, "Fußwäscher" zu werden?
  3. Die Fußwaschung hatte zur Zeit Jesu einen festen Platz im täglichen Leben. Durch welche Tätigkeiten könnte man heute verdeutlichen, was bedingungslose Dienstbereitschaft heißt?
  4. Wir betrachten Jesus und Petrus. Hier der selbstlose (vielleicht auch entwürdigende) Liebesdienst - dort die Weigerung diesen Dienst aus falscher Demut oder Stolz anzunehmen. In welcher der beiden Personen finde ich mich - finden wir uns - wieder?
DisketteAls doc-Datei herunterladen: Für eine Spende sind wir dankbar!
DokumentZur nächsten Einheit
[Willkommen] [Treffpunkt Bibel] [Praxis der Verkündigung] [Arbeitsmaterial] [Serendipity] [Willow Creek] [Glaubenskurse] [Literatur] [Seminare] [Tipps] [Spiel und Spaß] [Gästebuch] [Links]
Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
Postfach 12 62; 61282 Bad Homburg v.d.H.
GBeschnidt@baptisten.org