Missionarische Gemeindedienste Missionarische Gemeindedienste
(Heimatmission)
im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

____________________________________________________
- Gemeindegründung - Jüngerschaft - Gemeindeaufbau
Informationen für Hauskreise, Kleingruppen, Gemeindebibelschule, Hauskirchen, Gesprächstreffen, Stubenversammlungen, Zellen ...
Willkommen
Treffpunkt Bibel
Praxis
der Verkündigung
Arbeitsmaterial
Jahr der Bibel: AT
Jahr der Bibel: NT
Serendipity
Willow Creek
Glaubenskurse
Literatur
Seminare
Tipps für Gruppen
Spiel und Spaß
Gästebuch
Impressum/Links
Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 15Jesus - der Heiland der Welt
Von Siegfried Kerstan
lesenJohannes 4, 4-42

lernen

Dieser Text zeigt uns Jesus nicht nur als Meister des seelsorgerlichen Gesprächs, er ist auch ein Beispiel dafür, wie das Evangelium sich ausbreitet. Durch die Begegnung der Samariterin mit Jesus gerät eine ganze Stadt in Bewegung. Das Evangelium erreicht die Heiden.

Mit Jesus ist die Zeit der Ernte angebrochen. Was in Sychar begonnen hat, setzt sich später fort: Samarien nimmt das Wort Gottes an (Apg 8, 5.14).

erklären

V 4 und 9: Jesus musste durch Samarien reisen. Normalerweise wäre es zu der Begegnung Jesu mit der samaritischen Frau überhaupt nicht gekommen. Grundsätzlich vermieden Juden jeden Kontakt mit Samaritern. Ihr Verhältnis zueinander entspricht dem zwischen Juden und Palästinensern heute. Dabei standen die Samariter den Juden viel näher als alle anderen Nachbarvölker. Sie hatten einen gemeinsamen Gottesglauben und ihre wichtigsten heiligen Bücher waren identisch. Dennoch wurden sie von den Juden abgelehnt, weil sie ihr eigenes Heiligtum auf dem Berg Garizim hatten und sich mit Heiden vermischt hatten (vgl. 2. Kön 17, 24-34). Die Juden machten kilometerlange Umwege, um nicht durch Samarien reisen zu müssen, wenn sie von Judäa nach Galiläa wollten. Warum "musste" Jesus da hindurch? Hinter diesem Muss steht der Wille Gottes. Es sollte offenbar werden, dass Jesus nicht nur zum Volk Israel gekommen, sondern Heiland aller Völker ist.

V 5 - 15: Zuerst geht es um Vordergründiges im Gespräch - um Wasser. Wasser ist lebenswichtig. Doch Jesus will der Frau noch Größeres klarmachen, darum spricht er von "lebendigem Wasser". Sie meint, er spräche von sprudelndem Quellwasser im Unterschied zum abgestandenen und oft verschmutzten Brunnenwasser. Vielleicht glaubt sie sogar, Jesus habe ein nicht versiegendes Zauberwasser, das ihr künftig den mühsamen Weg zum Brunnen ersparen könne (V 15). Jesus aber will sie an das erinnern, was Gott schon in Ps 23, 2 versprochen hat. Gottes Heil ist wie lebendiges Wasser, und Jesus bietet es ihr an. Er ist die Quelle des Heils, durch die alle Menschen gesund werden sollen. Wer von diesem Lebenswasser trinkt, wird davon so erfüllt sein, dass er selber einer unerschöpflichen Quelle gleicht (vgl. Jes 12, 3).

V 16 - 18: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Jesus nennt der Frau unverblümt die wunden Punkte ihres Lebens. Das wird ihr zu persönlich - sie lenkt ab und legt ihm die alte Streitfrage zwischen Juden und Samaritern vor, wo der richtige Ort der Anbetung Gottes sei: Jerusalem oder der Berg Garizim. Jesus lässt sich darauf nicht ein. Er weist auf die neue Zeit hin, die mit Jesus schon gekommen ist. Das Hören Gottes auf unsere Gebete ist nicht an bestimmte Stätten gebunden. Entscheidend ist das aufrichtige Suchen der Menschen nach Gottes Wahrheit.

Von dem, was der Messias einst bringen soll, hat die Frau schon gehört. Aber wann wird das wahr? Da sagt Jesus ihr das entscheidende Wort, das er den Juden gegenüber eher verschweigt: Ich bin's, der mit dir redet. Dieser Frau offenbart er sich, denn sie soll seine Botin für Sychar werden (V 42).

V 27 - 30: Das Gespräch bricht ab, denn die Jünger Jesu kommen von ihrem Einkauf zurück. Übrigens: Was die Jünger in der Stadt nicht getan haben, das tut nun diese Frau: Sie verkündet Jesus als den Messias. Eine ganze Stadt kommt daraufhin in Bewegung.

V 31 - 38: Jesu Gespräch mit den Jüngern. Ihnen ist nur wichtig, dass ihr Meister zum Essen kommt. Jesus nimmt dieses Stichwort auf: Was ihn nährt und erhält, ist das Tun des Willens Gottes und das Vollenden seines Werkes. Sein Leben ist Dienst im Gehorsam gegen Gott. Jesus ist gesandt, eine große Ernte einzubringen (vgl. Mt 9, 37b-38). Menschen sollen aus ihrer Gottesferne zurückgeführt werden in Gottes Vaterhaus. Dieser Auftrag wird auch auf die Jünger übergehen. Ob sie das jetzt schon begreifen?

V 39 - 42: Eine Messias-Gemeinde entsteht mitten in Samarien. Damit wird schon angedeutet, dass Gottes Heilszeit für die ganze Welt angebrochen ist. Bald wird diese Botschaft überall weitergesagt werden. Es wird sich immer neu wiederholen, was die Samariter bezeugen.

  • Zuerst wurden wir nachdenklich, weil uns das Wort eines Menschen überzeugt hat (vgl. Röm 10,17).
  • Dann haben wir das Wort Jesu als lebendiges Gotteswort für uns selbst verstanden.
  • Jetzt glauben wir aus eigener Überzeugung und Erfahrung an ihn als den Herrn und Retter der Welt.

bündeln

Jesus durchbricht in diesem Gespräch bewusst die Schranke der Nationalität, der Tradition und der Religion.

Er offenbart sich als der erwartete Messias, dessen Sendung nicht nur dem Volk Israel, sondern allen Völkern gilt.

Von Jesus geht Gottes Heil wie Lebenswasser aus, das allein den Durst der Menschen nach Liebe, Lebenserfüllung und Lebenssinn stillen kann.

Die von Gott abgeirrten Menschen sieht Jesus als sein Erntefeld. Die Jünger sollen begreifen, dass dies in Zukunft auch ihr Arbeitsfeld sein wird.

In Samarien entsteht eine erste Gruppe von Jesus-Jüngern, die erkennen: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland. Später entsteht in Samarien z. B. durch den Dienst des Philippus eine Gemeinde (Apg 8).

vertiefen

  1. Worüber sprechen Jesus und die Frau miteinander?
  2. Was lernt die Frau über Jesus? Was macht sie mit ihrem Wissen?
  3. Welche Rolle spielen die Jünger?
  4. Warum wird wohl dieses Gespräch im Johannesevangelium so ausführlich dargestellt?

anwenden

  1. Was macht das Zeugnis der Frau in ihrer Stadt so wirksam?
  2. Heute versuchen bestimmte religiöse Gruppierungen, ebenfalls die Grenzen aller Religionen zu überwinden und die ganze Welt mit ihren Ideen zu einigen. Was unterscheidet diese neuen Welterlösungsideologien vom weltweiten Auftrag Jesu?
  3. Jesus und die Frau reden beide vom Durst und meinen doch etwas ganz Verschiedenes. Wissen wir noch, was Durst ist? Welchen Durst kennt Ihr?
  4. Die ganze Welt ist das Erntefeld für die christliche Gemeinde. In welchem Erntefeld arbeitet Ihr?
DisketteAls doc-Datei herunterladen: Für eine Spende sind wir dankbar!
DokumentZur nächsten Einheit
[Willkommen] [Treffpunkt Bibel] [Praxis der Verkündigung] [Arbeitsmaterial] [Serendipity] [Willow Creek] [Glaubenskurse] [Literatur] [Seminare] [Tipps] [Spiel und Spaß] [Gästebuch] [Links]
Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
Postfach 12 62; 61282 Bad Homburg v.d.H.
GBeschnidt@baptisten.org