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im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 26Die Liebe hört niemals auf
Von Hans Immel
lesen1. Korinther 12, 31 b - 13, 13

lernen

1. Korinther 13 ist ein einzigartiges Stück Weltliteratur. In Verbindung mit den Kapitel 12 und 14 macht Paulus deutlich, dass der wichtigste "Prüfstein" für den Gebrauch der vielfältigen Gnadengaben die Liebe ist.

erklären

Die griechische Sprache verfügt über verschiedene Worte, die im Deutschen mit Liebe übersetzt werden:

Freundesliebe (Philia) drückt die höchste und vollkommene menschliche Liebe aus und beschreibt die tiefe und intensive Verbindung zwischen Menschen auf allen Gebieten ihres Lebens.

Die erotische Liebe (Eros) wird im Neuen Testament nicht erwähnt. Merkmal sowohl der Freundesliebe als auch der erotischen Liebe ist, dass der Liebende nur den Liebenswerten oder das Liebenswerte liebt.

Das dritte Wort für Liebe (Agape), das Paulus in diesem Kapitel gebraucht, gewinnt erst im Neuen Testament seine besondere Bedeutung.

Das Urbild dieser Agape liegt in Gott selbst. Das Wesen dieser Liebe erkennen wir am deutlichsten in der Hingabe Jesu für sündige Menschen (Röm 5, 8 und 1.Joh 4, 8).

Diese Liebe ist

  • nicht nur Reaktion des Herzens und der Gefühle, sondern eine Haltung, die Willen und Verstand einbezieht;
  • fest entschlossen, auch das zunächst nicht Liebenswerte zu lieben, auch ohne Gegenliebe (Mt 5, 43 - 48);
  • das eigentliche Merkmal eines Lebens, das von Gottes Geist bestimmt ist (Röm 5, 5);
  • Geschenk Gottes und Verpflichtung zum Handeln;
  • eine Frucht, die Gottes Geist in unserem Leben wachsen lässt (Gal 5, 22);
  • die Grundhaltung des neuen Lebens, die die Gemeinschaft mit Gott und Menschen prägt (Eph 5, 2);
  • die Kraft, die Christen miteinander verbindet (Kol 2, 2);
  • bestimmendes Motiv praktischer Nachfolge (l. Kor 16,14).
Weil sie Gabe und Aufgabe ist, müssen wir die Agape immer neu suchen und erstreben, sie immer neu von Gott erbitten (l. Kor 14, 1).

Paulus hält hier keinen unpersönlichen Vortrag über die Liebe, sondern bezieht sich selbst und jeden Christen mit ein.

V 1 - 3: Ohne diese Liebe haben selbst die beeindruckendsten Charismen keinen Wert.

Menschenzungen: Paulus denkt wohl an die in der antiken Kultur hochgeschätzte Redekunst. Engelzungen bezeichnet hier vielleicht ein Reden im Zustand der Ekstase (vgl. 2. Kor 12, 4). Selbst die wertvollsten Gaben: prophetische Rede, bergeversetzender Glaube - sind ohne Agape-Liebe bedeutungslos. Radikales soziales Handeln und sogar die Bereitschaft für das Bekenntnis zu Jesus freiwillig den Märtyrertod (Feuertod) zu sterben, sind bei Gott ohne Wert! Das Beispiel antiker Musikinstrumente (Orchestergong und Handbecken) macht deutlich: Ohne Liebe gibt es statt Wohlklängen nur Missklänge. Die schönsten Musikinstrumente klingen, ohne richtig gestimmt zu sein, (Liebe) wie eine scheppernde Blechbüchse.

V 4 - 6: Wer liebt, denkt vom anderen Menschen her und bemüht sich um das, was für den anderen gut ist.

Mit 15 konkreten Aussagen beschreibt Paulus, was die Liebe bewirkt. Sie ist mehr als ein Gefühl - es geht ums praktische Tun der Liebe:

  • Wer liebt, kann warten wie ein Arzt, der einen Kranken auch nach langer Krankheit nicht aufgibt. Er orientiert sich an Gottes "langem Atem" (Röm 2, 4).
  • Wer liebt, geht freundlich und nicht gewaltsam mit Menschen um.
  • Wer liebt, übt auf andere keinen Druck aus und vermeidet hektischen Eifer.
  • Wer liebt, setzt sich nicht selbst mit seinen Begabungen und seinern Engagement in Szene.
  • Wer liebt, verletzt nicht taktlos die Spielregeln menschlicher Gemeinschaft und das Schamgefühl.
  • Wer liebt, sammelt nicht Negativpunkte über das Versagen und die Fehler anderer, sondern sieht ihn mit anderen Augen, so wie Gott ihn sieht, - als einen Menschen, dem Gott vergibt und den er freispricht.

V 7: Mit dem vierfachen "alles" beschreibt Paulus, wie Jesus Menschen begegnet und sich zu ihnen verhält. Paulus appelliert und befiehlt nicht, sondern lädt ein zur Nachfolge auf dem Weg der kompromisslosen Liebe, den Jesus uns vorausgegangen ist. So gewinnt seine Liebe in uns Gestalt (Gal 4,19).

V 8 - 13: Die Liebe bleibt. Charismen sind für begrenzte Zeit geschenkte Gaben. Ihre Aufgabe ist erfüllt, wenn Jesus wiederkommt und Gott die ganze Schöpfung erneuert. Zwei Beispiele machen deutlich, dass wir in dieser Welt noch ein verzerrtes und undeutliches Bild von der Wirklichkeit des neuen Lebens haben. Erst in Gottes neuer Welt werden wir die Gemeinschaft mit Gott ohne Begrenzungen erfahren. Glaube und Hoffnung bleiben auch in der Ewigkeit die bestimmenden Merkmale der Gemeinschaft mit Gott und seinen Kindern. Liebe ist das Wesen Gottes und bleibende Grundlage der Gemeinschaft mit ihm (l. Joh 41,6b).

bündeln

Ohne Agape dienen die Charismen nicht dem Aufbau der Gemeinde, ehren Gott nicht, sondern stehen in der Gefahr, der eigenen Selbstdarstellung zu dienen.

Agape ist nicht abhängig von Gefühlen der Zuneigung oder Abneigung. Sie ist das Wesen der Gemeinschaft mit Gott und prägt alle Lebensbereiche.

Agape ist Grundlage, Ziel und Maßstab für die Gemeinschaft der Christen. An ihr ist alles zu messen und zu beurteilen, was in einer Gemeinde geplant, gelebt und erlebt wird.

Agape wächst und reift als Frucht des Heiligen Geistes. Liebe lernt, wer sich durch Gebet, Hören auf Gottes Wort und Nachfolge der Liebe Jesus öffnet.

vertiefen

  1. Sprecht über die Bedeutungen, die das Wort Liebe in unserer Umgangssprache hat. Überlegt, wie sich Agape vom Liebesverständnis heute unterscheidet.
  2. Was wird alles über die Liebe in diesem Text gesagt?
  3. Auf wen bezieht sich die Liebe, die beschrieben wird? Auf Liebe zu Gott? Auf die Liebe zu Mitmenschen? Auf Gottes Liebe zu uns? Oder auf alle liebevollen Beziehungen? Welchen Unterschied würde das machen?

anwenden

  1. Sprecht über die Aussage des englischen Erweckungspredigers George Whitefield (1714 - 1779): "Ich schulde keinem Menschen etwas außer Liebe."
  2. Welche Hilfen und Antworten gibt 1. Kor 13 einem Menschen, der sagt: "Ich kann nicht lieben!"?
  3. Zu welchen praktischen Konsequenzen haben die Aussagen dieses Kapitels für
    • dein Verhältnis zu anderen Menschen,
    • Arbeit und Leben in Deiner Gemeinde?
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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