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Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 14Im Anfang war das Wort
Von Siegfried Kerstan
lesenJohannes 1, 1-18

lernen

Dieser Textabschnitt gehört in besonderer Weise zu den "großen Texten der Bibel", weil er richtungsweisend für alte Aussagen über das Wesen und Wirken Jesu ist. Der Evangelist Johannes hat in ihm alle wichtigen Themen seines Evangeliums zusammengefasst. Er ist gewissermaßen die Überschrift.

Viele Begriffe wirken auf uns verschlüsselt und sind nicht sofort verständlich, obwohl sie aus unserer Umgangssprache stammen: Wort, Leben, Licht. Der Name Jesus Christus taucht erst in V 17 auf, dennoch ist von Anfang an mit den verschiedenen Begriffen niemand anders als Jesus gemeint in seiner Bedeutung für die Welt und für alle Menschen.

erklären

V 1 - 3: Im Anfang war das Wort. Johannes beginnt sein Evangelium mit Worten, die bewusst an die ersten Worte der Bibel erinnern sollen (vgl. 1. Mose 1, 1). Dort ist vom schöpferischen Wort Gottes die Rede. Hier nun wird gesagt: Dieses Wort war Jesus Christus. Die Existenz Jesu Christi begann also nicht erst bei seiner Zeugung durch den Heiligen Geist oder seiner Geburt in Bethlehem, sondern er war schon vor aller Zeit, vor allen Existenzen, denn er war eins in Gott. Er hat nicht einen Anfang, sondern er ist der Anfang aller Dinge - wie Gott.

Johannes benutzt für seine Aussage das griechische Wort logos, das damals bereits einen vielfältig schillernden Inhalt hatte. Er will damit aber gerade nicht einer großen Vieldeutigkeit die Tür öffnen, sondern wie mit einem Brennglas alles auf Christus konzentrieren. Jesus war immer schon da; er ist nicht Geschöpf Gottes, sondern mit Gott an der Schöpfung beteiligt. Sein Herrsein über die ganze Welt wird hier schon begründet.

V 4 - 5: In ihm war das Leben und... das Licht. Leben ist das Besondere unseres Planeten gegenüber allen anderen Himmelskörpern im Weltall. Leben hat seinen Ursprung in Gott und Jesus Christus. Wirkliches Leben gibt es darum nicht von Jesus getrennt, sondern nur in Gemeinschaft mit ihm.

Zugleich ist Jesus auch das Licht der Menschen. Sie brauchen nicht nur das Sonnenlicht zum Leben, sie brauchen Jesus, um innerlich erleuchtet zu werden, um Gott zu erkennen und mit ihm zu leben. Wo Licht ist, vertiert die Finsternis ihre bedrückende Macht. Das aber ist die Tragik, dass die Menschheit, die in der Dunkelheit der Empörung gegen Gott steht, das Licht Jesus nicht erkannt und angenommen hat.

V 6 - 8: wie auch V 15 bringen einen Einschub, in dem von Johannes dem Täufer berichtet wird (siehe Einheit 22). Er war nicht der erwartete Weltheiland, sondern nur sein Vorläufer und Wegbereiter.

V 9 - 13: Was in den ersten Versen nur angedeutet wurde, wird jetzt vertieft. Jesus ist das Licht, das den Menschen gibt, wonach sie ständig suchen: Erkenntnis über sich selbst und den Sinn ihres Lebens. Sein Licht hat aber auch ihre Blindheit aufgedeckt. In der Dunkelheit sind auch die Sehenden blind. Sie haben ihren Schöpfer verworfen, der sie hätte erleuchten können. Wer Jesus ablehnt, leugnet seinen eigenen Ursprung und will weiter zur Finsternis gehören.

Wie viele ihn aber aufnahmen. Doch es gibt auch andere, die sein Geschenk angenommen haben und ihm glauben. Sie empfangen ein neues Leben, werden neu geboren als Gottes Kinder.

V 14 und 16: Das Wort ward Fleisch. Diese Hauptaussage des Textes bezeugt das Kommen des ewigen Gottessohnes in die sündige Welt. Sie wendet sich zugleich gegen alle Falschdeutungen der Menschwerdung Jesu. Das Undenkbare - dass Gott Mensch geworden ist - wurde schon damals von vielen so abgemildert, dass sie erklärten, der Gottessohn und seine Menschengestalt hätten miteinander nichts zu tun. (Christus trüge nur eine Art Scheinleib, seine Menschlichkeit wäre nur eine Verkleidung.)

Demgegenüber stellt Johannes eindeutig fest: Jesus Christus war unter uns Menschen ein wirklicher Mensch - und auch ganz Gott. Dieses Geheimnis haben alle erkannt, die sich durch den Glauben an Jesus erleuchten ließen Sie sahen seine Herrlichkeit nicht neben seinem Menschsein, sondern gerade in ihm. Wie sie es erlebten, davon gibt Johannes mit seinem ganzen Evangelium Zeugnis (vgl. Joh 14, 6).

V 17 - 18: Gesetz und Gnade (Evangelium), das große Thema des Apostels Paulus, wird hier nur angedeutet. Was Mose im Auftrag Gottes seinem Volk gegeben hat, wird nicht abgewertet, aber die Fülle göttlicher Gnade und Wahrheit konnte nur durch Jesus Christus zu allen Menschen kommen. Der Zugang zu Gott ist dem Menschen auf keinem anderen Weg möglich. Nur Jesus offenbart Gott.

Der hat ihn uns verkündigt. Mit dem Wort begann Johannes sein Evangelium. Mit dem Verkündigungswort des Gottessohnes beendet er die Einleitung seines Evangeliums. So schließt sich der Gedankenkreis seiner Aussagen über das Geheimnis der Offenbarung des Gottessohnes in unserer Welt.

bündeln

Johannes 1, 1-18 ist das "Weihnachtsevangelium" des Johannes. Er holt sehr weit aus und betont besonders:

  • Jesus, Gottes schöpferisches Wort, hat keinen Anfang, sondern war immer schon da.
  • Jesus war wahrer Mensch und wahrer Gott. Dieses Wunder und Geheimnis Gottes kann von Menschen nur mit Staunen und Anbetung wahrgenommen werden.
  • Jesus kam als Licht und erneuerndes Leben in die Welt, aber die Menschen liebten mit Willen und Absicht ihre Finsternis mehr als sein Licht. Darum gibt es in der Welt weiterhin so viel Dunkelheit.
  • Mitten in aller Ablehnung schafft Jesus sich seine Gemeinde, die Schar derer, die sein Wort angenommen haben und an ihn glauben. Sie macht er zu Gottes Kindern.

vertiefen

  1. Lest unseren Text gemeinsam und setzt den Namen Jesus ein, wo immer es sinnvoll ist.
  2. Wo in unserem Text entdeckt ihr Anklänge an die Weihnachtsgeschichte?
  3. Vergleicht Kol 1, 15-17 mit unserem Text.
  4. Was bedeutet es, dass Jesus Christus wahrer Mensch und wahrer Gott ist?
  5. Wie ist Jesus Christus Gotteswort und Menschenwort?

anwenden

  1. Wie haben wir bisher Jesus als erleuchtendes Licht und wahres Leben erfahren?
  2. Für jeden Menschen bleibt Gott unerreichbar verborgen .Nur Jesus Christus öffnet uns den Zugang zur vollen Gemeinschaft mit Gott. Wo sind wir heute in Versuchung, Nebenwege zu gehen?
  3. Es gibt niemanden, den Jesus Christus nicht aus der Finsternis seines Lebens in Gottes Licht erheben kann. Wo habt Ihr das in Eurer Gemeinde erfahren?
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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