Missionarische Gemeindedienste Missionarische Gemeindedienste
(Heimatmission)
im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

____________________________________________________
- Gemeindegründung - Jüngerschaft - Gemeindeaufbau
Informationen für Hauskreise, Kleingruppen, Gemeindebibelschule, Hauskirchen, Gesprächstreffen, Stubenversammlungen, Zellen ...
Willkommen
Treffpunkt Bibel
Praxis
der Verkündigung
Arbeitsmaterial
Jahr der Bibel: AT
Jahr der Bibel: NT
Serendipity
Willow Creek
Glaubenskurse
Literatur
Seminare
Tipps für Gruppen
Spiel und Spaß
Gästebuch
Impressum/Links
Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 9 Gottes Ordnungen in Spannung zu weltlichen Ordnungen (David und Batseba)
Von Dr. Günter Wieske
lesen 2. Samuel 12, 1-18a (vgl. 2. Samuel 11 und 12)

Gelber Bleistif

lernen

Gott hat seinem Volk in den Zehn Geboten gute Lebensordnungen gegeben (Einheit 8). Was geschieht aber, wenn der Mensch diese Gebote übertritt? An der Geschichte des Königs David und seines Ehebruchs erfahren wir, wie Gott mit Sünde umgeht.

erklären

Davids Tat, die verheiratete Batseba einfach zu seiner Frau zu machen, wäre für viele altorientalische Herrscher in der Umgebung Israels eine Selbstverständlichkeit gewesen. In Israel aber galt das Gesetz auch für den König (vgl. 5. Mose 17, 14-20, besonders V 19). Von den Zehn Geboten also: "Du sollst nicht ehebrechen" und: "Du sollst nicht töten", d. h. jemand um des eigenen Vorteils willen umbringen (lassen); vgl. 1. Kön 21, 5-7.19.

Der Hetiter Uria, der Ehemann der Batseba, wird als vorbildlich sowohl in seiner religiösen Haltung als auch in seiner soldatischen Solidarität mit dem Volk Israel und dem Königshaus beschrieben. Aber David ist nach seinem Einbruch in die Ehe blind für diese Qualitäten. Uria ist für ihn nicht ein Mitmensch, nicht ein Respekt verdienender Untergebener, sondern einfach ein lästiges Hindernis und ein ärgerlicher Mahner seines Gewissens. Die Folge für David: Uria muß weg! Und Davids General macht mit. Er sorgt für den "Heldentod" Urias vor der feindlichen Stadt. Nun ist David den Rivalen los, sogar durch die Hand der Feinde. Alles scheint in Ordnung, Batseba gehört David allein.

Es fällt auf, dass Gott in dem ganzen Kapitel nicht einmal vorkommt. Hatte David ihn vergessen? Oder hatte er erst gar nicht im Gebet gefragt, wohl wissend, welche Antwort Gott ihm geben würde? Aber dem Herrn missfiel die Tat, die David getan hatte (2.Sam 11, 27).

2. Sam 12, 1-4: David mag denken, dass seine Tat längst vergessen ist; es sind immerhin mehrere Monate vergangen.

Nur - Gott hat nicht vergessen. Er nimmt Sünde ernst und weiß um die Folgen unvergebener Schuld. So schickt er den Propheten Nathan, damit er mit David dessen Schuld aufarbeitet. Gewiss hat Nathan diesen Seelsorgeauftrag an seinem König als schwere Last empfunden und ihn nicht gern übernommen. Aber wer sonst könnte David erinnern an Recht und Unrecht? - Die Art, wie er das tut, ist ein Meisterstück der Seelsorge. Er macht David keine Vorwürfe, verurteilt ihn nicht; er erzählt die Geschichte von dem armen Mann und seinem einzigen Schaf. V 5-6: David sieht sich gefordert als oberster Richter des Landes (8,15). Ein solch schreiendes Unrecht muss hart bestraft werden! Und ohne es schon zu erkennen, verurteilt er sich damit selbst! Auf Ehebruch stand nach 5. Mose 22, 22 der Tod.

V 7-9: Du bist der Mann! Dieses Prophetenwort trifft David wie ein Hammer. Er muss erkennen: Es genügt nicht, nach den Ordnungen der Welt ohne Schuld dazustehen, weil Gott festsetzt, was Recht und Unrecht ist. Gott erinnert den König an die lange Geschichte, die er mit ihm schon gehabt hat.

V 10-12: Durch Nathans Worte muss David schmerzlich erfahren, dass Sündenvergebung nicht auch automatisch alte Folgen der Sünde wegräumt: Sein Leben wird sich verändern unter diesen Folgen: Es werden Narben bleiben.

V 13: Der König beugt sich dem Urteil Gottes. Weder verteidigt er sich noch beschimpft er den Propheten. Er hat erkannt: Sünde hat es immer mit Gott zu tun, und wer sündigt, bekommt es mit Gott zu tun. Darum kann er sagen: Ich habe gesündigt gegen den Herrn. Dieses Schuldbekenntnis finden wir noch einmal in ergreifender Sprache in Ps 51 (vgl. Ps 51, 3-6a).

Wie heißt nun Gottes Antwort? Sie Sünde steht fortan nicht mehr zwischen Gott und David, sie ist weggenommen. Und David bleibt am Leben, obwohl die Strafe für Ehebruch der Tod war. Lest dazu Hes 18, 21-23 und 1. Joh 1, 8 -2, 2!

V 14-18a: Noch einmal muss Nathan mit David über die Folgen der Sünde reden. Weil Gott ein heiliger Gott ist, darf sein Name nicht verlästert werden. Keiner seiner Feinde soll den Mund aufreißen und sagen dürfen, der Gott Israels nehme die Sünde nicht so genau; er habe zwar Gebote gegeben, aber ihm sei es wohl egal, was die Menschen damit machten.

Solchen Lästerungen gebietet Gott Einhalt - für David und Batseba auf erschütternde Weise: Sie verlieren ihr erstes Kind. Und David erfährt, dass er Gott nicht mehr umstimmen kann. Seine Enthaltsamkeit kommt zu spät! Vgl. auch 1. Joh 2, 1-2.

bündeln

Die Vergangenheit Davids war gekennzeichnet durch Gottes Führungen und eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott. Dennoch bewahren diese Erfahrungen David nicht davor, Gottes Gebot zu übertreten.

David nahm sich, was er wollte, ohne nach dem Willen Gottes zu fragen. Dadurch gerät er in Spannung und Widerspruch zu den Ordnungen Gottes.

Weil Sünde immer mit Gott zu tun hat, erlebt David, dass alle seine Vertuschungsmanöver auf Dauer nicht nützen.

David erkennt und bekennt seine Schuld. So erfährt er Vergebung von Gott.

Die Vergebung lässt David am Leben, befreit ihn aber nicht von den Folgen der Sünde.

David muß erkennen, dass Gott heilig ist und sein Name durch Sünde nicht verlästert werden darf.

vertiefen

  1. Was hat David eigentlich alles falsch gemacht? Womit fing es an? Wer hatte unter den Folgen seiner Schuld zu leiden?
  2. Welche Folgen seiner Sünde braucht David nicht zu tragen und warum nicht?
  3. Was berührt David? Was berührt ihn nicht?
  4. Welche Rolle hat Nathan? Warum handelt er klug?
  5. Gottes Ordnungen in Spannung zu weltlichen Ordnungen: Wie werden die Spannungen gelöst?

anwenden

  1. Wie kann die Gemeinde Jesu mit Schuld in ihrer Mitte umgehen? Sprecht dabei auch über den Dienst, den Nathan David erwiesen hat!
  2. Die weltlichen Gesetze stehen manchmal in Spannung zu den Geboten Gottes. Das wird für uns z. B. an Teilen der Ehe- und Familiengesetzgebung deutlich. Wie finden wir hier unseren Weg zwischen Bibel und Zeitgeist?
  3. Überlegt, welche positiven Zeichen zu diesen Themen eine Gemeinde setzen kann, um auf Gottes Ordnungen aufmerksam zu machen!
  4. Was ist für mein Leben und meinen Glauben wichtig? Lernt Ps 51, 3-6 und 12-14 auswendig!
DisketteAls doc-Datei herunterladen: Für eine Spende sind wir dankbar!
DokumentZur nächsten Einheit
[Willkommen] [Treffpunkt Bibel] [Praxis der Verkündigung] [Arbeitsmaterial] [Serendipity] [Willow Creek] [Glaubenskurse] [Literatur] [Seminare] [Tipps] [Spiel und Spaß] [Gästebuch] [Links]
Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
Postfach 12 62; 61282 Bad Homburg v.d.H.
GBeschnidt@baptisten.org