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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 8 Gott gibt seinem Volk gute Lebensordnungen
(Die Zehn Gebote)

Von Joachim Zeiger
lesen 2. Mose 20, 1-17

Gelber Bleistif

lernen

Weil der Mensch durch die Sünde die Orientierung im Leben verloren hat, gibt Gott zuerst seinem Volk Israel die Zehn Gebote als Maßstab und gute Lebensordnungen. Diese "Gebrauchanleitungen" gelten jedoch allen Menschen, denn Gott ist der Schöpfer und Erhalter des Lebens.

erklären

Die "Zehn Gebote" oder "Zehn Wörter" (=Dekalog) werden in 2. Mose 34, 28 ausdrücklich so genannt. Wir finden sie in vollem Umfang an zwei Stellen der fünf Bücher Mose (2. Mose 20, 2-17; 5. Mose 5, 6-21). Die Zählung und Reihenfolge der einzelnen Gebote sind je nach Bibelausgaben und kirchlicher Traditionen unterschiedlich.

  • Für das Judentum gilt V 2 als erstes und V 3-6 als zweites Gebot.
  • Die röm.-kath. Kirche und Luther zählen die Verse 2-6 als erstes Gebot (dadurch ist das Bilderverbot nicht mehr eigenständig, sondern wird als Anhängsel entwertet), dafür wird der V 17 in zwei Gebote aufgespalten.
  • Die griechisch-orthodoxe Kirche und die reformierten (und teilweise auch die Freikirchen) zählen V 2 als Überschrift, V 3 als erstes Gebot und das Bilderverbot (V 4) als zweites Gebot.

V 1-2: Die Verkündigung der Zehn Gebote geschieht in Form einer feierlichen Selbstvorstellung Gottes auf dem Berg Sinai: Ich bin der Herr, dein Gott. Angeredet sind die von Gott "Losgekauften", die aus Ägypten gerettet sind. Gott kümmert sich um sein Volk, indem er ihm gute Lebensordnungen gibt. Das Volk konnte in ein besonderes Gottesverhältnis nur eintreten, wenn es zur Übernahme bestimmter Ordnungen bereit war. So sind die Zehn Gebote wie ein über Israel geworfenes Netz. Das Netz der Gebote war das Kennzeichen dafür, inwieweit Israel in der Nähe Gottes blieb. Abweichungen und Übertretungen mussten durch das Erlaßjahr (Sabbatjahr) korrigiert werden (5. Mose 31, 9-13).

Das "Du" der Anrede (ab V 3) meint das Volk Israel wie auch den einzelnen Menschen: Es ist die Anredeform einer Zeit, in der man die Verselbstständigung des einzelnen gegenüber der Gesellschaft noch nicht kannte. Es ist nicht das von Gott gelöste "Du", das "Du" plumper Vertraulichkeit, wie es heute oft üblich ist. Gott spricht dieses "Du" zu uns Menschen, weil er uns sagen will: "Du zählst", "Du bist wichtig für mich".

V 3-6: Die sprachliche Gestalt der Zehn Gebote und ihre Gliederung zeigen uns etwas vom göttlichen Sinn dieser Lebensordnungen: Die beiden ersten Worte eröffnen die persönliche Beziehung zu Gott: Keine anderen Götter neben mir; nicht ein Götterbild machen.

V 7-11: Die beiden nächten Worte (Gebote) beziehen sich auf die richtige Begegnung mit Gott. Es sind Worte für den angemessenen Gottesdienst und die richtige Gestaltung des Ruhetages: Nicht den Namen Gottes zu Üblem gebrauchen und an den Sabbattag denken, sondern ihn für Gott freihalten (heiligen).

V 12 und 14: Zwei der folgenden Worte (Gebote) schützen den innersten Lebenskreis des Menschen, die Familie: Ehre deinen Vater und deine Mutter; du sollst nicht ehebrechen.

V 13 und 15: Wieder zwei Worte (Gebote) verkündigen allgemeine Menschenrechte, sie schützen den weiteren Lebenskreis: nicht töten, nicht stehlen.

V 16-17: Die beiden letzten Worte (Gebote) schützen den unmittelbaren Nachbarn, den Nächsten, den engeren Lebenskreis: Nicht gegen den Nächsten Lügen verbreiten; sich nicht den Besitz des Nächsten aneignen wollen.

Ein Gleichmaß der einzelnen Gebote gibt es nicht, auch wenn sie alle gleich wichtig sind. Neben den äußerst kurzen Formulierungen von Geboten, die sich offenbar von selbst verstehen (V 13-16), gibt es andere mit längeren Erläuterungen, Strafandrohungen und Verheißungen ( V 3-12;17). Es ist offensichtlich Gottes seelsorgerliche Absicht, uns Menschen seinen Willen verständlich zu machen. Niemand soll sich dahinter verstecken können, dass er Gott nicht verstanden habe.

Mit den Zehn Geboten will Gott unseren Lebensraum schützen, auch wenn die meisten Worte (Gebote) dieser Reihe negativ formuliert sind. Gerade darum fallen die zwei Gebote in der Mitte mit ihren positiven Formulierungen auf (Sabbatheiligung und Elternehrung; V 11.12). Möglicherweise bilden diese beiden Gebote nicht nur optisch den Schwerpunkt des Ganzen. Die Beziehung zu Gott und zu den Eltern ist Angelpunkt des Lebens. Wenn diese beiden Gebote übertreten werden, kann das ein Menschenleben aus den Angeln heben.

Die Zehn Gebote geben eine Antwort auf die häufig gestellte Frage: Wie können wir Gottes Willen erkennen? An zehn bemerkenswerten Beispielen wird erläutert, wie Gottes Willen lautet. Von diesen Geboten lassen sich die Verhaltensregeln für das gesamte Leben ableiten. Dennoch sind die Gebote nicht nur ein allgemeines Sittengesetz, sie stehen für Israel im Zusammenhang mit dem Bund, den Gott mit Israel geschlossen hat. Wer Gottes Gebote halten will, muss innerlich bejahen, dass Gott auch sein Herr ist. Gott will, dass wir ihm in freiwilliger Entscheidung Gehorsam leisten. Gott will mündigen Gehorsam.

bündeln

Die Zehn Gebote sind Worte Gottes, die den Willen Gottes kundtun, sie haben den Charakter der Verheißung.

Die Präambel: Ich bin der Herr, dein Gott, ist die Zusicherung der Befreiung und Gegenwart Gottes. Nicht ein Gesetz, sondern Gott sollen wir gehorchen.

Die Zehn Gebote regeln das Verhalten gegenüber Gott und gegenüber dem Mitmenschen.

Gott als der Schöpfer weiß am besten, was für ein Geschöpf gut ist. Darum gibt er die Zehn Gebote als Wegzeichen, Lebenshilfen, Richtlinien, Leitplanken.

vertiefen

  1. Lest die Gebote in verschiedenen Übersetzungen. Welche Übereinstimmungen und welche Unterschiede könnt ihr feststellen?
  2. Welche Gebote haben in diesem Text das größte Gewicht? Warum?
  3. Beschreibt die Beziehung zwischen Gott und Menschen, die in diesem Text zum Ausdruck kommt.

anwenden

  1. Wir erkennen die Lebenshilfen, die auch uns mit den Geboten gegeben sind. Worin bestehen sie?
  2. Selbst komplizierte Lebensverstrickungen lassen sich oft genug aus ein Überschreiten der Gebote zurückführen. Inwieweit stimmt das?
  3. Mehr als eine äußere Erfüllung steht für uns eine innere Bejahung der Gebote im Vordergrund. Das Wesen der Gebote liegt für uns im Doppelgebot der Liebe (vgl. Mt 22, 36-40). Was heißt das konkret?
  4. Sucht weitere anschauliche Vergleiche für die Rolle der Gebote Gottes in unserem Leben (wie z.B. Leitplanken...)
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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