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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 6 Gott gibt neue Hoffnung (Moses Berufung)
Von Siegfried Kerstan
lesen 2. Mose 3, 1-15

Gelber Bleistif

lernen

Wenn Abraham durch die Bezeichnung "Vater aller Glaubenden" und "Freund Gottes" ausgezeichnet ist, so ist Mose der herausragende Führer des Volkes Israel, sein Gesetzgeber und einzigartiger Mittler zu Gott. An ihm wird Gottes Treue erkennbar, der seine Abraham-Verheißung nun für ganz Israel erneuert.

erklären

Textzusammenhang: Eine lange Zeit vieler Generationen liegt zwischen der Berufung Abrahams und der Berufung des Mose. Gott hielt sein Versprechen und schenkte Abraham und seiner Frau Sarai den erwünschten eigenen Sohn und dann den Enkel Jakob, der zum Stammvater der 12 Söhne und aus ihnen der 12 Stämme Israels wurde.

Nun sind die Nachkommen Abrahams wirklich zu einem Volk geworden. Doch die Geschichte der Segensträger Gottes verläuft nicht immer geradlinig. Mit vielen ihrer Irrungen und Wirrungen muss Gott fertigwerden und sie durch Güte und Gericht für seine Ziele erziehen. Als sie in Ägypten endlich ein großer Stämmeverband geworden sind, geraten sie noch einmal in den "Schmelztiegel" der Gefangenschaft. 430 Jahre verbringen sie insgesamt in Ägypten, bis ihnen in Mose der Befreier gesandt wird.

1. Mose 3, 1: Dass er 40 Jahre seiner besten Lebenszeit als Schafhirte verbringen würde, hätte Mose sich in seiner Jugend nicht träumen lassen. Am ägyptischen Königshof war er aufgewachsen. Nach und nach erfuhr er seine Geschichte. Er war kein ägyptischer Königssohn, sondern ein einfacher Israelit, auf wunderbare Weise errettet vor dem Mordbefehl des Pharao, der alle neugeborenen israelitischen Knaben auslöschen wollte. Mußte in Mose nicht das Gefühl wach werden, zu Besonderem berufen zu sein? Trieb ihn dies nicht immer wieder zu seinem Volk in die Zwangsarbeit und ließ ihn schließlich sogar zum Totschläger an einem ägyptischen Aufseher werden? Nach Midian (auf der Sinaihalbinsel) mußte er fliehen. An Rückkehr war nicht mehr zu denken. Das Leben schien verpfuscht.

Doch mitten in seinem eintönigen Hirtenalltag trifft ihn der Anruf Gottes in der Nähe des Berges Sinai. (Horeb heißt gewöhnlich der ganze Bergzug; Sinai der aus ihm herausragende Berggipfel.)

V 2-5: Ein Dornbusch brennt und verbrennt doch nicht. Aus ihm vernimmt Mose die Stimme Gottes, die ihn persönlich und bei seinem Namen ruft. In seinen 80 Lebensjahren war Mose vielerlei Gottesvorstellungen begegnet. Doch hier ist eine andere Gotteswirklichkeit! Er muss seine Schuhe ausziehen und sein Gesicht verhüllen, denn wo immer dieser Gott redet, ist heiliger Bereich. Nur in Ehrfurcht kann man sich ihm nahen. Was das bedeutet, erlebt später das ganze Volk Israel, als es an eben diesem Berg das Gesetz Gottes empfängt (2. Mose 19, 10ff.).

V 6-10: Der Gott, der sich Mose hier erstmalig offenbart, ist aber kein Fremder. Er stellt sich vor als der Gott seiner Väter Abraham, Isaak und Jakob, als Gott, der Israel "mein Volk" nennt. Er hat das Elend seines Volkes gesehen und ihr Schreien gehört, denn er ist kein tauber Götze, sondern ein lebendiger Gott. Er ist herabgefahren, um Israel zu befreien und in das Land zu führen, das er Abraham verheißen hatte.

V 11-12: Das soll geschehen unter der Führung des Mose, der von Gott gesandt wird - wie später die Propheten. Wie sie soll er Freunden und Feinden in Vollmacht Gottes Willen ansagen.

Mose kann es noch nicht fassen. Er fühlt sich für diese Aufgabe unfähig. Doch Gott räumt seine Angst beiseite. Auch die große Macht des Pharao, mit der er Israel geknechtet hat, wird zerbrechen. Durch Gottes starke Hand und seine Wunderzeichen sollen Pharao und das ganze ägyptische Volk geschlagen werden, damit Israel in die Freiheit ziehen kann.

V 13-15: Die Frage des Mose nach Gottes Namen ist uns heute kaum verständlich, denn wir rufen Gott nicht mit einem bestimmten Eigennamen an. Im Altertum glaubte man, erst durch Aussprechen des Namens würde einem eine Person oder ein Gott bekannt und innerlich vertraut. Nur so bekomme man Macht über sie oder Anteil an ihren Kräften.

Gott geht nicht darauf ein, aber er lässt den Fragenden dennoch nicht ohne Antwort. Gott nennt keinen Namen, sondern sagt etwas über sein Wesen aus: So sollst du zu den Israeliten sagen: "Ähjäh" (Ich werde sein.) hat mich zu euch gesandt. Das hebräische Wortspiel ist schwer zu übersetzen, siehe auch die Anmerkung zu V 15 in der Luther-Bibel. Sie übersetzt "Ich werde sein, der ich sein werde%quot;, andere "Ich bin, der ich bin". "Ich bin", d. h. ich bin wirklich da, nicht nur in den Gedanken, Phantasien und Projektionen der Menschen. "Ich bin und werde sein", d. h. ich werde der sein, als der ich mich in der Geschichte erweisen werde. Ich bin kein Lokalgott, der dich an einem andern Ort im Stich lässt. Ich werde sein hier und in Ägypten, ohne Anfang und ohne Ende. - Gottes Antwort mahnt aber zugleich: Frage nicht zu viel! Wolle nicht alle meine Geheimnisse begreifen! Lass dir genügen, dass ich da bin, für dich da bin!

bündeln

Gott beruft Mose in der Erscheinung des brennenden und doch nicht verbrennenden Dornbusches. Das verändert das Leben dieses alten Mannes total, der sich schon auf dem Abstellgleis glaubte.

Die Erfahrung Gottes ist für Mose völlig neu, und doch ist es der Gott, der von Anfang der Welt da war, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Gott ist kein erdachter Gott, auch keiner der Naturgötter, wie Israel sie in seinem Umfeld erlebte, sondern der wirkliche Gott, der sich in der Geschichte erweist - und Geschichte macht. Gott kennt die Not seines Volkes sehr genau, auch wenn er nicht gleich antwortet. Er steht zu seinem Wort und hat mit ihm einen guten Plan.

vertiefen

  1. Schreibt einen Lebenslauf für Mose.
  2. Was hat Mose in seinem Leben über Gott gelernt, besonders aber in dieser Begegnung?
  3. Was bedeutet der Name Gottes?
  4. Vergleicht die Erfahrungen des Mose mit der Abrahams (in der Einheit 5).

anwenden

  1. Gott erscheint dem Mose in einem brennenden Busch. Sprecht über Eure Vorstellungen und Bilder von Gott. Vgl. z. B. Hebr 12, 29.
  2. Gott ist heilig. Ist uns das bewußt, wann und wo immer wir sein Wort hören oder lesen oder zum Gottesdienst gehen? Wie sehr beschämen uns in dieser Hinsicht z.B. Moslems, die doch den wahren Gott gar nicht kennen!
  3. Gott sieht unsere Not und hört unsere Gebete, auch wenn er sie oft nicht nach unseren Vorstellungen erhört. Berichtet aus eigener Erfahrung.
  4. Vergleicht die unterschiedlichen Berufungen von Abraham, Mose, Jesaja, Jeremia und den Jüngern Jesu. Gott läßt sich bei Bekehrungen und Berufungen nicht auf ein Schema festlegen. Was ist aber entscheidend?
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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