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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 5 Gott fängt neu an (Abrahams Berufung)
Von Siegfried Kerstan
lesen 1. Mose 12, 1-9; 15, 1-6

Gelber Bleistif

lernen

Abraham wird der Vater aller Glaubenden genannt (Röm 4, 11b). Warum? Es gab doch schon vor ihm Menschen, die auch an Gott glaubten. Was macht seinen Glauben so vorbildlich? Mit 1. Mose 12 beginnt in der Bibel ein völlig neuer Abschnitt des Handeln Gottes an den Menschen. Die vorausgehenden Kapitel zeigen das lawinenartige Anwachsen der Sünde - Kains Mord, die Sintflut, der Turmbau. Was nun? Gott beginnt ein Neues ! Er erwählt aus der Menschheit eine Person, um mit ihr sein Heilshandeln für alle Menschen neu anzufangen.

erklären

1. Mose 12, 1: Wer ist Abraham ("Vater einer großen Menge")? Eigentlich wird er erst ab 1. Mose 17,5 so genannt und heißt vorher Abram ("Erhabener Vater"). Die letzten Glieder seines Stammbaums aus 1.Mose 11, 10ff. machen wir uns grafisch deutlich. Vgl. die Skizze auf dem Rand. Die Sippe des Terach stammt aus Ur in Chaldäa. Von dort wanderte sie ca. 1000 km nordwestlich mit dem Ziel Kanaan. Dort ist sie aber nie angekommen, sondern blieb in Haran. Das Reiseziel wurde zunächst aufgegeben. Als Abraham später auf Gottes Befehl weiterzieht, bleibt Terach in Haran und lebt dort noch 60 Jahre. Es wird nicht berichtet, ob der erste Auszug aus Ur auf Gottes Geheiß geschah. Allerdings beschreibt Apg 7, 2 die Berufung Abrahams schon in Ur.

Warum ruft Gott gerade Abraham? War er besonders fromm? Jos 24, 2.15 berichtet, dass die ganze Familie anderen Göttern gedient habe. Jede Erwählung Gottes ist unbegründbar! Er bleibt souverän in seinem Handeln. Wir erfahren nicht, auf welche Weise Abraham Gottes Stimme vernommen hat, aber sie hatte eine tiefgreifende Wirkung im Leben dieses 75jährigen. - Gottes Anruf ist Befehl und Verheißung zugleich. Für damalige Verhältnisse Unvorstellbares und Unerhörtes wird von Abraham erwartet: Er soll seine Sippe (!) verlassen und sich in ein Land aufmachen, das er noch überhaupt nicht kennt.

V 2-3: Das Verheißungswort Gottes ist eine "unglaubliche" Zumutung. Aus einem bisher kinderlosen alten Ehepaar (11, 30) soll ein großes Volk werden, und zwar ein besonders erwähltes und beantragtes Volk. Gott will Abraham segnen und zum Segen für alle anderen Völker machen.

Was ist Segen? Segen ist der Empfang alles Guten von Gott. Andere segnen und ihnen zum Segen werden heißt, ihnen so begegnen, dass auch zu ihnen von Gott Gutes kommt. Von Abraham ausgehend soll der bisherigen Kette von Schuld und Fluch eine Kette des Heils und Segens gegenüberstehen. Die Menschen in Babel wollten sich selbst einen Namen machen und scheiterten daran. Gott verheißt dem Abraham als sein Geschenk einen großen Namen.

V 4-5: Abraham gehorcht dem Ruf Gottes ohne Widerspruch oder Bedenken und gelangt so in das Land Kanaan. Dieses bedingungslose Vertrauen auf Gottes Zusage macht ihn zum Vater der Glaubenden.

V 6-9: Im neuen Land, umgeben von fremden Menschen und ihrer fremden Kulten, baut Abraham seinem Gott einen Altar. - Ein erster Ort der Anbetung Gottes im heidnischen Land, dazu noch in der Nähe einer fremden Kultstätte (die Eiche More)! Es ist, als ob ein erster Pflock in die Erde gerammt wird, als Bekenntnis zu Gott und als Zeugnis des wahren Glaubens. Da erscheint Gott dem Abraham zum zweiten Mal und bekräftigt alle seine Zusagen.

1. Mose 15, 1-6: Nach diesen Geschichten. Was ist inzwischen alles geschehen? Immer noch ist Abraham ohne einen Nachkommen. Kein Wunder, dass er sich Gedanken macht? War Gottes Verheißung vielleicht anders zu verstehen? Wenn jemand kinderlos blieb, konnte er seinen obersten Knecht zum Erben und sogar als Adoptivsohn einsetzen. Wird sich Gottes Verheißung vom großen Volk auf diese Weise erfüllen? Gott lässt sich auf keine Erörterungen ein, sondern befiehlt Abraham, den Nachthimmel mit seinen unzählbaren Sternen anzuschauen. So groß soll die Zahl der Nachkommen Abrahams werden! Die unanschauliche Verheißung bekommt auf diese Weise zwar ein anschauliches Bild, aber ihre Unvorstellbarkeit steigert sich noch. Dennoch hören wir von keiner Gegenrede Abrahams mehr. Wortlos geschieht, was Menschenworte nicht beschreiben können: Abraham glaubte dem Herrn und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.

Damit taucht ein Begriff auf, der später im Neuen Testament große Bedeutung bekommt in Röm 4, 3-5; Gal 3. 6; Hebr 11, 8ff.; Jak 2, 23. Gerechtigkeit ist hier kein juristischer Begriff, der etwas über die ethische Qualität eines Menschen aussagt, sondern er zeigt ein Verhältnis an: Gerecht (d.h. richtig) vor Gott wird, wer ihm völlig vertraut.

bündeln

An Abraham wird deutlich, was Glaube ist:

Glaube hat keine Vorbedingungen. Die Familie Abrahams war nicht frömmer als ihre Umgebung. Gottes Zuwendung ist unverdiente Gnade.

Glaube ist Antwort auf Gottes Anruf. Glaube an den einen Gott wurde nicht von Araham erfunden und ist keine ausgedachte Weltanschauung, sondern ist menschliches Echo auf Gottes Reden.

Glaube heißt, dem Wort Gottes gehorsam werden Es gibt keine Sendung Gottes, die uns in dem läßt, was wir waren. Sein Ruf verändert das Leben.

Glaube heißt, an den Verheißungen Gottes festzuhalten, auch wenn die Erfüllung auf sich warten lässt.

Glaube ist Berufung zum Segnen. Abraham sollte zum Segen für alle Geschlechter auf Erden werden. Das hat seine vollste Entfaltung in Jesus Christus gefunden (Gal 3, 7-9, 14).

Glaube macht uns vor Gott gerecht. Abraham kannte noch kein Priestertum mit seinen festgelegten Frömmigkeitsformen. Das Vertrauen auf die Zusagen Gottes und sein vorbildlicher Gehorsam machen alles aus, was ihn vor Gott gerecht macht.

vertiefen

  1. Wie würdet Ihr Abraham vorstellen in einer Runde, die ihn nicht kennt? Was gibt es Besonderes über ihn zu berichten?
  2. Was lernte Abraham über seinen neuen Gott?
  3. Was bedeutet Berufung in Abrahams Leben?
  4. Vergleicht die allgemeine gebräuchliche Form des Wortes "glauben" mit der Erklärung unter bündeln.

anwenden

  1. Abrahams Stellung in der Heilgeschichte ist einmalig. Nicht alles ist auf uns übertragbar. Trotzdem können wir viel von ihm lernen: Welche neutestamentlichen Texte fallen Euch ein, in denen der Ruf Gottes an Menschen deutlich wird?
  2. Einige neutestamentliche Zeugen haben nur mit Mühe begriffen, dass das Evangelium auch den Heiden galt (vgl. Apg 11). Halten wir das Evangelium zu eng?
  3. Glauben heißt, nicht mehr nach dem eigenen Willen, sondern nach dem Willen Gottes leben. Sprecht über diesen Satz!
  4. Auch wir leiden heute häufig darunter, dass sich Gottes Zusagen nicht sofort erfüllen. Wie gehen wir damit um?
  5. Wie könnte der Dienst des Segnens heute aussehen?
  6. Freut Euch über Euren Freispruch!
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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