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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 4 Die neuen Formen der Sünde (Turmbau)
Von Karl Wlodarek
lesen 1. Mose 11, 1-9

Gelber Bleistif

lernen

Woher kommt es, dass die Menschheit nicht eine Sprache spricht, sondern jedes Volk seine eigene Sprache hat? Dass auch das mit Sünde zu tun hat, ist eine der Überraschungen unseres Textes. Eine andere: Die Sünde findet neue Formen.

erklären

V 1-3: Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Die nach der Sintflut zahlenmäßig schon wieder stark angewachsene Menschheit wird hier als eine große Einheit beschrieben. Verbunden ist sie nicht zuletzt durch gleiche Sprache, gleiche Mundart (Zunge) und gleichgeschaltetes Handeln. Auf der Suche nach einer neuen Heimat entdecken sie das fruchtbare Euphrattal und lassen sich dort nieder. Die umwälzende Entdeckung des Ziegelbrennens eröffnet ihnen ganz neue Möglichkeiten, Häuser zu bauen.

V 3-4: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche. Gegen solche Baupläne wäre vom biblischen Standpunkt her nichts einzuwenden. Man könnte sie sogar mit dem göttlichen Auftrag, sich die Erde untertan zu machen, begründen (1. Mose 1, 28). Im Laufe der menschlichen Geschichte wurden größere Städte und höhere Türme gebaut als am Euphrat, ohne dass sie das Schicksal Babels ereilte. Hier sind die Motive entscheidend. Die neuen Formen der Sünde zeichnen sich ab: menschlicher Größenwahn, der Gott sogar den Himmel streitig machen will mit dem Ziel, sich selbst zu verewigen (Namen machen). "So entsteht die Stadt als ein Zeichen ihrer wehrhaften Selbstsicherheit, der Turm aber als ein Zeichen ihres Willens zum Ruhm." (G. v. Rad.) Der Gedanke, unter allen Umständen zusammenzubleiben, richtet sich auch gegen den Auftrag des Schöpfers: Füllet die Erde (1. Mose 1, 28). Wüssten wir nicht von vornherein, wie die Sache ausgeht, wären wir wohl gespannt darauf, wie Gott auf eine solche Herausforderung reagieren wird.

V 5: Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm. Da soll noch jemand sagen, dass die Bibel keinen Humor kennt! (Vgl. Ps 2, 4). Überlegen wir: Zum Höchsten, was die Menschen errichten können, muss der Herr erst herunterkommen, um es überhaupt wahrzunehmen. So winzig sind Menschenwerke in seinen Augen. Erstaunlich, dass er sie überhaupt ernst nimmt! Aber das hat einen tieferen Grund:

V 6-7: Und der Herr sprach. Zu wem sprach Gott? Die Bibel sieht den Herrn aller Herren umgeben von einem himmlischen Hofstaat (Hiob 1,6), mit dem er ständig im Gespräch ist. Dem gottlosen Wohlauf! (V 3) der Turmbauer setzt er sein souveränes Wohlauf! entgegen (V 7a). Nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können (V 6b) bedeutet nicht, dass Gott sich vor den Menschen fürchtet. Um ihrer selbst willen muss ihnen Einhalt geboten werden, weil sie anders nicht zur Besinnung kommen werden. O nein, der große himmlische Baumeister hat nichts gegen Bautechnik und Architektur, wohl aber gegen die Selbstherrlichkeit des Menschen, in der sie vergessen, dass es Gott, den Herrn gibt (vgl. 1. Petr 5, 5c). Sein Wort ist ernstzunehmen. Und wie einfach hat er es, den menschlichen Übermut zu stoppen. Eine neue Sintflut ist nicht nötig. Hier gilt das göttliche Versprechen von 1. Mose 8, 21. Eine Verwirrung der Sprache reicht schon aus, den Weiterbau zu verhindern. Außerdem macht ihnen Gottes Eingreifen Beine, nun doch - wie es sein Wille ist - die ganze Erde zu bevölkern. Was vom Himmel her geschieht, darf nicht nur als Strafe angesehen werden. Es handelt sich auch um eine vorbeugende Maßnahme gegen eine gottlose Massenbewegung.

V 8-9: So zerstreute sie der Herr von dort in alle Länder. Das große "Kannitverstan" (niederländisch: "Kann nicht verstehen") sorgt dafür, dass sich die Menschen trennen. Es gibt keinen Zusammenhalt mehr. Rebellion gegen Gott treibt auseinander. Babel - im Hebräischen ein Wortspiel mit balal -verwirren - bleibt als Stätte der Verwirrung in ihrer Erinnerung zurück.

bündeln

Unser Text ist die Geschichte einer Rebellion gegen Gott im großen Stil. Sie scheint direkt an 1. Mose 8, 21 anzuknüpfen: Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Nicht der Turmbau an sich ist das Verhängnis, sondern der Größenwahn, der dahintersteht. Gott aber lässt es nicht zu, dass die Menschen ihre Grenzen überschreiten. Indem er ihre Sprache verwirrt, nimmt er ihnen zugleich die gottlose Mitte. Es tritt das ein, was sie gefürchtet hatten (V 4b) - die Verbreitung über die ganze Erde, wie es Gottes Auftrag war (1. Mose 1, 28).

vertiefen

  1. Beschreibt das Handeln der Menschen. Was war ihnen wichtig? Wovor hatten sie Angst?
  2. Wie handelt Gott in dieser Geschichte? Was will er erreichen, was verhindern?
  3. Sprache ist wichtig, um Beziehungen aufzubauen und zu erhalten. Was bewirkt Sprache in dieser Geschichte?

anwenden

  1. Wir haben es heute mit den Folgen der babylonischen Rebellion gegen Gott zu tun: Viele Völker, viele Sprachen. Diese Sprachen scharfen auch viele Missverständnisse. Beispiel: Ein Dolmetscher übersetzte den Himmelfahrtstag mit "Tag der Luftwaffe". Das wäre zum Lachen, wenn nicht aus den Missverständnissen schon blutige Kriege entstanden wären! - Überlegt, wie viel Mühe die Menschheit im Laufe der Jahrhunderte aufwenden mußte, um die Sprachbarrieren zu überwinden.
  2. Der babylonische Geist hat sich bis heute erhalten. Wie sehen die modernen "babylonischen Türme" aus? Kann man Kernspaltung, Genforschung und Raumfahrt dazurechnen? Wir vergessen nicht: Auf die Motive kommt es an! Gibt es auch negative Entwicklungen trotz positiver Motive der Forscher?
  3. Die Überheblichkeit der Menschen begann, als sie eine große Stadt bauten. Kann es sein, daß (groß-)städtische Kultur und Zivilisation besonders anfällig sind für Sünde und sündige Strukturen?
  4. Als Christen wissen wir, daß Gott mit Pfingsten eine Gegenbewegung gegen den Geist von Babylon schuf. Lukas berichtet (Apg 2), dass "Männer aus allen Völkern unter dem Himmel&qot; Petrus zuhörten und ihn verstanden. Das ist ein Hinweis darauf, wie es einmal in der Vollendung sein wird. Was haben wir als Christen allem Nichtverstehen in der Welt entgegenzusetzen?
  5. Immer mehr Gemeinden sind heute aus Menschen ganz unterschiedlicher Nationalitäten zusammengesetzt. Wie können sie miteinander Gemeinde bauen?
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