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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 3 Wenn alte Dämme brechen (Sintflut)
Von Karl Wlodarek
lesen 1. Mose 6, 5 - 8, 22

Gelber Bleistif

lernen

Mit dem Versuch, grenzenlos leben zu wollen (1. Mose 3, 5b), lieferten sich Adam und Eva der Sünde aus. Wie sich eine Lawine rasend schnell vergrößert, entwickelt sich auch die Sünde zur Großmacht, die nicht nur Worte und Taten, sondern auch Denken und Wollen der Menschen bestimmt.

Nach diesem "Dammbruch" brechen schließlich auch die "Dämme", die Gott bis dahin zurückgehalten haben, ein weltweites Gericht hereinbrechen zu lassen.

erklären

1. Mose 6, 5-7: Als aber der Herr sah, dass der Menschen Bosheit groß war. Was geschah da? Da fasste er den Entschluss, die Menschen zu vertilgen (V 7). Nicht emotional geschieht das. Der Entschluss kommt aus einem tief bekümmerten Herzen (V 6b). Gott ist enttäuscht über die Menschen. Sein Schöpferwille ist verletzt. Er bereut es, Menschen erschaffen zu haben. Hier wird deutlich, wie sehr Gott unter der Schuld des Menschen leidet, denn er nimmt den Menschen als eigenständiges Wesen und als sein Gegenüber ernst.

1. Mose 6, 8 - 7, 5: Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn. Warum ausgerechnet Noah? Obwohl ihm ein gutes Zeugnis ausgestellt wird (6, 9), gehört auch er zu den Menschen, die böse sind von Jugend auf (6, 5). Noah ist fromm, aber kein vollkommener Mensch. Dass er dennoch Gnade vor Gott findet, geht darauf zurück, dass er mitten im gottlosen Treiben noch eine Antenne für göttliche Weisungen hat. So bekommt er Einblick in Gottes Pläne (6,13). Noch mehr: Mit dem Auftrag, die Arche zu bauen, soll er dazu beitragen, dass die Geschichte der Menschheit mit der bevorstehenden Sintflut nicht zu Ende geht. Noah tat alles, was ihm Gott gebot (6,22). Das hört sich so selbstverständlich an und ist doch eine enorme Zumutung. Weit entfernt vom Meer soll er auf trockenem Land einen "Ozeanriesen" bauen. Die Mitmenschen werden ihn für verrückt halten. Noah geht unbeirrt ans Werk. Ein seltsames Gebilde entsteht, das eher einem dreistöckigen Haus als einem Schiff gleicht. 150 m lang, 25 m breit und 15m hoch.

1. Mose 7, 6-24: Und Noah ging in die Arche. Mit ihm gingen seine Angehörigen und viele ausgewählte Tiere hinein. Eindrucksvoll wird das Hereinbrechen der großen Flut in der Sprache und in den Bildern der damaligen Zeit geschildert: Die Schleusen des Himmels und die Quellen der Tiefe werden geöffnet. Riesige Wassermassen überfluten sogar die höchsten Bergspitzen (7,17-20). Während der Tod draußen furchtbar erntet, dürfen Noah und seine Angehörigen mit den Tieren in der Arche geborgen sein.

Wir fragen: Ist das alles so geschehen? Hat es diese Sintflut wirklich gegeben? Interessant ist, dass man in den Sagen vieler Völker (sogar bei den Indianern) Hinweise darauf findet. Der biblischen Erzählung am ähnlichsten ist das Gilgameschepos (ca. 2500 v. Chr.). Eine Urerinnerung an die große Flut hat sich offensichtlich bei vielen Völkern erhalten.

1. Mose 8, 1-14: Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier... das mit ihm in der Arche war. Gottes Gedenken bewegt die Elemente. Vom Winde bewegt verlaufen sich die Wassermassen. Die Erde taucht aus den Fluten auf. Auf dem 5165 m hohen Ararat (im heutigen türkisch-sowjetischen Grenzgebiet) landet die Arche. Schließlich öffnet Noah das Fenster. Er lässt Vögel fliegen, um sich Gewissheit über den Zustand der Erde zu verschaffen. Dann ist es so weit:

1. Mose 8,15-22: Da redete Gott mit Noah und sprach: Geh aus der Arche. Der Patriarch handelt auch hier nicht eigenmächtig. Er steht unter höchstem Befehl. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was dieser Mann empfunden haben mag, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Seine Rettung mit der Familie und den Tieren in diesem seltsamen Schiff war ein einziges Wunder der Treue Gottes. Obwohl es auf der so schwer heimgesuchten Erde viel zu tun gibt, baut Noah doch zuerst einen Altar, opfert darauf Tiere, die ihm inzwischen gewiss ans Herz gewachsen sind. Er will zu allererst seinem Retter danken Vgl. Klag 3, 22 und Ps 50, 14-15.

Und was sagt Gott dazu? Wir haben in 1. Mose 8, 21-22 eines der seltsamsten Gottesworte vor uns. Es sieht fast so aus, als ob der Schöpfer kapituliert vor der menschlichen Bosheit, die sich auch durch die Sintflut nicht geändert hat. Aber so darf dieses Wort nicht verstanden werden. Gott geht mit dem Menschen nicht mehr den Weg, die Sünde unmittelbar zu richten, sonst müßte er ständig neue Sintfluten kommen lassen. Sondern: Gott geht mit dem Menschen den Weg der Gnade, wendet sich dem schuldigen Menschen erneut zu, weil er weiß, dass dieser ohne ihn nicht leben kann. Solange die Erde steht, will er Geduld mit den Menschen haben (2. Petr 3,9). Und Gott geht noch weiter. Wie versprochen (1. Mose 6,18), will er mit Noah und seinen Nachkommen einen Bund schließen und will steh selbst zur Geduld verpflichten. Davon berichtet das nächste Kapitel.

bündeln

Der Text weist auf viele "Dammbrüche" im Laufe der menschlichen Geschichte hin. Er erzählt aber auch die Geschichte vom Überleben der Menschen durch Gottes Gnade. So erfuhr es Noah:

In seiner Zeit brachen die Dämme der Gottesfurcht und Gott beschloss die Vernichtung der Menschen (1. Mose 6, 3-5).

Als einer, der noch auf Gottes Stimme hören konnte, wurde Noah mit den Seinen und ausgewählten Tieren gerettet, während alles Leben in der großen Flut unterging.

Gott wird von der Dankbarkeit Noahs bewegt und verspricht, bis zum Ende der Erde mit den Menschen Geduld zu haben. Gnade heißt also nicht: weil wir so gut sind, ist Gott gnädig, sondern: Obwohl wir schuldig sind, wendet Gott sich in seiner Liebe uns zu!

vertiefen

  1. Was ist gut an dem Handeln Noahs?
  2. Vergleicht Gottes Gedankengänge am Anfang der Geschichte und am Ende. Was ist der Unterschied?
  3. Diese Geschichte ist für viele Menschen spannend. Auf der einen Seite werden Kinderspielsachen aufgrund dieser Geschichte hergestellt. Auf der anderen Seite sind Menschen empört, dass so viele Menschen sterben. Was bewegt euch an dieser Geschichte?

anwenden

  1. Was bedeutet Euch die Verheißung in 1.Mose 8, 22?
  2. Wo seht Ihr Parallelen von unserer Zeit zur Zeit Noahs (vgl. Mt 24, 37-44)? Welche Dämme drohen heute zu brechen? Was können wir dagegensetzen?
  3. Gott nimmt Gottlosigkeit und Schuld ernst. Sein Gericht trifft alle Menschen und die Schöpfung (Röm 8,19-25). Wieweit kann sich der einzelne Mensch der Schuld der Gesellschaft und der Kollektivhaftung entziehen?
  4. Inwiefern ist die Arche Noah Gleichnis für die Rettung der Gemeinde Jesu (vgl. 1. Petr 3, 19-22)?
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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