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Teil 1 Große Texte der Bibel I:
Überblick Altes Testament
Einheit 16 Gott verheißt einen neuen Bund
Von Karl Wlodarek
lesen Jeremia 31, 27-34 (Jeremia 31, 1-34)

Gelber Bleistif

lernen

In seiner unfasslichen Liebe (31, 3) will Gott einen neuen Bund schießen, nicht nur mit dem ganzen Volk Israel, sondern mit allen Menschen.

erklären

Gottes Geschichte mit den Menschen ist eine Geschichte von Bundesschlüssen. Gleich nach der Sintflut schließt er einen Bund mit Noah und seinen Nachkommen (1. Mose 9, 8ff.). Gottes Verheißungen für Abraham werden mit einem Bund bekräftigt (1. Mose 15). Höhepunkt in der Geschichte Israels ist der Bundesschluss am Sinai (2. Mose 19). "Bund" bezeichnet in Kurzform Gottes Verlangen, mit den Menschen Gemeinschaft zu haben. Nun wird ein neuer Bund verheißen.

V 27-30: Siehe, es kommt die Zeit ... Jeremia sieht in die Zukunft. Er fragt nicht unsicher, was wohl kommen wird, sondern verheißt eine neue Initiative Gottes. Sie wird das durch Krieg und Deportation der Bewohner verwüstete Land wieder in einen "blühenden Garten" verwandeln. Wie ein Säemann über den Acker schreitet und seine Saat auswirft, will Gott Menschen und Tiere "ausstreuen", dass neues Leben entsteht. Niemand soll dann meinen, er müsse für die Sünden der Vorfahren büßen. Das bekannte Sprichwort: Die Väter haben saure Trauben gegessen ... (V 29), wird nicht mehr zutreffen. Nur wer persönlich schuldig wird, soll seine Strafe bekommen (V 30). Warum wird alles anders sein?

V 31-32: ... da will ich mit dem Hause Israel und dem Hause Juda einen neuen Bund schließen. Mit Israel sind die zehn Stämme des ehemaligen Nordreiches gemeint. Sie wurden 722 v. Chr. vom Assyrerkönig Salmanasser unterworfen und nach Assyrien deportiert (2. Kön 17,1 ff.). Gott hat sie nicht vergessen. Mit den Bewohnern des Südreiches (Juda) sollen sie an der neuen Zuwendung Gottes teilhaben. Jeremia sagt nun, wie der neue Bund nicht sein wird. Als Gott die Väter "bei der Hand nahm" und sie aus Ägypten geführt hatte, gab er ihnen am Sinai das Gesetz durch Mose. Es war die Grundlage des alten Bundes. In der Frühzeit Israels, als es erst noch ein Volk werden sollte, mußte ihm diktatorisch gesagt werden, was Gott als Bundespartner erwartete. Die Israeliten empfanden Gottes Gebote allerdings nicht als Vergewaltigung, sondern als Vorrecht. Sie versprachen alles zu tun, was der Herr von ihnen erwartete (2. Mose 19, 8). Sie haben ihr Versprechen aber nicht gehalten. Unmittelbar nach dem Bundesschluss wurde schon das erste Gebot übertreten. Wird dem neuen Bund ein gleiches Schicksal beschieden sein?

V 33-34: ... das soll der neue Bund sein ... Gott geht jetzt einen anderen Weg. Er will seinen Willen nicht wie vorher diktieren, sondern in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben (V 33b). Aus einem neuen Wollen und Denken heraus werden sie dann dem Wort Gottes folgen. Auf diesem Wege wird es zu einer unmittelbaren Beziehung des einzelnen Menschen zu Gott kommen. Geistliches Wachstum ist dann die Folge, in dem für Unwissenheit über den himmlischen Bundespartner kein Platz mehr sein wird. Und was soll geschehen, wenn doch wieder gesündigt wird? Jeremias Prophetie meint ja doch ein neues Leben in dieser Welt, in der "die Sünde immer noch anklebt" (Hebr 12,1). Auch daran hat der göttliche Bundespartner gedacht. Die Menschen des neuen Bundes werden von seiner Vergebung leben.

Welche biblischen Zusammenhänge erkennen wir? Jer 31 hat mit dazu beigetragen, dass man die Heilige Schritt in ein Altes und ein Neues Testament teilte. Wir staunen darüber gewiss, dass schon lange vor dem Erscheinen des Herrn Jesus Christus ein Leben verheißen wurde, das nur als Folge einer neuen Geburt möglich sein kann (Joh 3, 5ff.). Vordergründig betrachtet gilt die Verheißung des neuen Bundes dem alttestamentlichen Gottesvolk nach seiner Rückkehr ins verheißene Land. Von Ansätzen einer inneren Erneuerung erfahren wir 2. Kön 23, 3 und Neh 8, 8-11. Sie betraf aber nur einen kleinen Teil des Gesamtvolkes und verlor sich wieder unter der Führung gottloser Könige.

Seit 1948 haben die Juden wieder einen eigenen Staat im verheißenen Land. Wer Israel heute besucht, wird an Gottes Verheißungen erinnert. Das vormals weithin öde Gebiet hat sich in ein fruchtbares Land verwandelt und ist voller Menschen. Die innere Erneuerung steht allerdings noch aus. Der Apostel Paulus gewann im Gebet darüber Klarheit, dass sie kommen wird (Röm 11, 25-26), wenn Gottes Zeit anbricht. Diese innere Erneuerung ist eng verbunden mit dem Mittler des neuen Bundes, Jesus Christus. An ihm kommt Israel nicht vorbei, wenn es die verheißene Zukunft gewinnen will. In der Gemeinde Jesu, zu der Menschen aus allen Völkern gehören können, erfüllt sich schon jetzt, was Israel noch vor sich hat (1. Petr 2, 9-10; 2. Kor 3, 5ff.).

Jede Abendmahlsfeier erinnert uns daran, dass wir Kinder des neuen Bundes sind, wenn wir die Einsetzungsworte hören: "Das ist der neue Bund in meinem Blut ..." (1. Kor 11, 25). In der Gemeinschaft dieses Bundes bestimmt nicht mehr das kalte: "Du sollst ..." den Lebensweg, sondern das freiwillige: "Ich will Gott, meinen Herrn lieben...". Zum neuen Bund gehören erneuerte Menschen (2. Kor 5, 17). Man kann noch, muss aber nicht mehr sündigen. Wenn es doch aus Schwachheit geschieht, dann gilt Gottes Vergebung (1. Joh 1, 9).

bündeln

Der von Jeremia verkündigte und in Jesus Christus erfüllte neue Bund ist eine Tat der Liebe Gottes, die über Israel hinweg alle Menschen erreichen will. Die wesentlichen Merkmale dieses Bundes sind Sammlung, Erneuerung und Vergebung. Vom Bund, den Gott am Sinai mit Israel machte, unterscheidet er sich durch die innere Erneuerung. Gottes Wille wird Freude und Hilfe zum Leben sein.

vertiefen

  1. Welche Klauseln hat der neue Bund?
  2. Vergleicht den neuen Bund mit anderen Bundesschlüssen (vgl. Einheit 5 und 8).
  3. Erklärt jemandem, was der Bund Gottes mit den Menschen für Euch bedeutet. Welche Bedingungen gehören zum "Vertrag"?

anwenden

  1. Jeremia spricht von einem Gesetz, das Gott ins Herz der Menschen des neuen Bundes geben will. Welches Gesetz bestimmt unser Denken und Wollen als Kinder des Neuen Testamentes?
  2. Wesentliches Merkmal der Zugehörigkeit zum neuen Bund soll Gotteserkenntnis sein, die sich nicht auf menschliche Belehrung gründet. Welche Bedeutung haben dann noch Predigt, Gemeindelehre und Theologie?
  3. Durch seine Vergebung will Gott die Schuldfrage in der neuen Bundesgemeinschaft lösen. Wie erfahren wir sie und welche Folgerungen ergeben sich daraus?
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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